18.08.2014 08:28 |

Offener Brief

Autoren-Protest gegen Amazon wächst weiter

Dem Protest gegen die Methoden Amazons schließen sich immer mehr Schriftsteller an. Einen offenen Brief an den Online-Versandhändler unterzeichneten bis zum Wochenende bereits mehr als 1.000 Autorinnen und Autoren, wie die Schriftstellervereinigung PEN-Zentrum Deutschland auf ihrer Website mitteilte. Darunter sind weitere prominente Namen wie Amelie Fried, Franziska Sperr, Christoph Hein, Doris Dörrie, Gaby Hauptmann, Jan Brandt und Ilija Trojanow.

Zuvor hatten sich schon Autoren wie F.C. Delius, Tanja Dückers, Josef Haslinger, Jakob Hein, Elfriede Jelinek, Eva Menasse, Sten Nadolny, Nele Neuhaus, Ingrid Noll, Uwe Timm, Ferdinand von Schirach, Alissa Walser, Günter Wallraff und Juli Zeh dem Protest angeschlossen. Sie werfen dem Unternehmen in dem offenen Brief vor, gezielt Empfehlungslisten zu manipulieren und Bücher bestimmter Verlage verlangsamt auszuliefern, um höhere Rabatte durchzusetzen. Die Autoren würden im Konflikt mit Verlagen in "Beugehaft" genommen.

Der Schriftsteller Daniel Kehlmann ("Die Vermessung der Welt") vermutet, dass Amazon ein Monopol errichten wolle. "Das Geschäftsmodell von Amazon nimmt langfristig in Kauf, ja beabsichtigt wahrscheinlich sogar, dass die Verlage ihre Tätigkeit nicht fortführen können", sagte Kehlmann dem Nachrichtenmagazin "Focus". "Es ist nicht zu begreifen, warum die Kartellbehörden nicht reagieren." Krimi-Autorin Nele Neuhaus schrieb in einem "Focus"-Beitrag: "Eines düsteren Tages wird man womöglich nur noch lesen können, was Amazon genehmigt."

Auch in den USA hatten mehr als 900 Autoren, unter ihnen Stephen King und John Grisham, mit einem offenen Brief gegen Amazon protestiert. Dabei geht es um den seit Monaten schwelenden Streit mit dem US-Verlag Hachette. Die Autoren kritisierten, dass Amazon die Auslieferung gedruckter Hachette-Bücher verlangsamt sowie keine Vorbestellungen angenommen habe.

Amazon will niedrigere Preise für digitale Bücher durchsetzen. Literatur müsse günstiger werden, da sie mit vielen anderen Medien im Wettbewerb stehe, meint der Branchenriese.

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