Jugendschutz wirkt

Junge Testkäufer waren so erfolglos wie noch nie

Oberösterreich
08.04.2026 12:30

Nicht oft ist der Misserfolg junger Menschen für Eltern und die heimische Politik ein Grund zur Freude – in diesem Fall aber sehr wohl: Bei den jährlichen Testkäufen machten die jugendlichen Lockvögel bei Alkohol, Nikotin und CBD so wenig Beute wie noch nie zuvor. In nur 17,4 Prozent der Fälle ging die Ware über den Tresen.

Rund 14,5 bis 15 Jahre alt sind die Jugendlichen, die jedes Jahr im Namen des Jugendschutzes ausschwärmen, um in Begleitung von erwachsenen „Führungsoffizieren“ zu versuchen, Alkohol, Nikotinprodukte oder CBD zu kaufen, obwohl sie dafür zu jung sind. Im vergangenen Jahr 2025 machten sie so wenig Beute wie noch nie zuvor: Nur in 17,4 Prozent der Einkäufe ging die altersbeschränkte Ware über den Kassentisch ins Einkaufssackerl der Teenager. 

„Testeinkäufe wirken“
Dieser Wert ist beachtlich, lag er doch bei der ersten Runde 2014 noch bei stolzen 31 Prozent. Im Vorjahr war der Wert nach einem Anstieg (auf bis zu 28,6 Prozent im Jahr 2020) erstmals wieder unter das Niveau von vor Corona (19,5 Prozent) gesunken – ein neuer Rekord. „Die Zahlen zeigen klar: Für Kinder und Jugendliche wird es in Oberösterreich immer schwieriger, an Alkohol und Tabakprodukte zu gelangen. Die Testkäufe wirken – sie stärken die Prävention, erhöhen die Aufmerksamkeit bei den Verkaufsstellen und verbessern nachweislich die Einhaltung des Jugendschutzgesetzes“, so Jugendschutz-Landesrat Martin Winkler (SPÖ). 

Geht nicht ums „aufblatteln“
Im Vorjahr wurden 1055 Testkäufe durchgeführt – 583 in Supermärkten, 208 in Trafiken, 139 in Tankstellenshops und 125 in Gastronomiebetrieben. Dabei wurde aber wie immer Wert darauf gelegt, die Verkäufer nicht „aufzublatteln“: So sind es jeweils unter 16-Jährige, die in der Regel außerhalb der stressigsten Haupteinkaufszeiten Produkte zu kaufen versuchten, die nur an über-18-Jährige abgegeben werden dürfen – also gebrannter Alkohol, kein Bier oder Wein. 

„18+7“-Regel
Am besten aufs Alter geschaut wurde wie schon in den Jahren zuvor im heimischen Tabakwarenfachhandel, bzw. den Trafiken mit einer Abgabequote von nur 12,5 Prozent. In allen anderen Kategorien nahmen auch die Ausweiskontrollen stark zu, wie Dietmar Krenmayr, Projektleiter der Testkäufe vom Institut Suchtprävention bei pro mente Oberösterreich betonte. Es gilt die „18+7“-Regel: Im Zweifelsfall sollten Käufer bis zu einem eingeschätzten Alter von 25 bzw. 23 Jahren bei Produkten ab 16 nach dem Ausweis gefragt werden. 

Software soll helfen
Einziger Wermutstropfen: Bei 91 von 184 Testeinkäufen – also 49,5 Prozent – wurde den Jugendlichen trotz Ausweis- und Alterskontrolle das gewünschte Produkt ausgehändigt. Landesrat Winkler und Krenmayr fordern daher die Implementierung einer Software-Lösung für Verkaufsangestellte, um Geburtsdaten verlässlich zu überprüfen bzw. das Alter korrekt auszurechnen.

Nächstes Jahr auch Vapes 
Betriebe, die beim ersten Versuch zu lax waren, wurden noch ein zweites Mal getestet. Nur jene, die auch beim zweiten Testeinkauf wieder Waren aushändigten, wurden schließlich bei den zuständigen Behörden angezeigt. Im Vorjahr waren das nur 39 Betriebe. 2024 wurde erstmals auch bei CBD-Shops eingekauft, damals waren noch 66,7 Prozent der Jugendlichen mit Produkten aus den Geschäften marschiert, im Vorjahr waren es nurmehr 19,5 Prozent. Im aktuellen Jahr 2026 werden bei den Testkäufen erstmals auch E-Zigaretten bzw. Vapes mit aufgenommen – diese werden erst nächstes Jahr in der Bilanz aufscheinen. 

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