Christina Bayrhammer ist neue Chefin des Salzburger Bezirksgerichts und damit die erste Frau in diesem Amt. Dabei wollte die gebürtige Welserin eigentlich gar nicht nach Salzburg kommen. Der Standortwechsel hat sich für sie ausgezahlt. „Für mich ist das Soziale ganz wichtig!“, betont sie im „Krone“-Gespräch.
Nun sind beide Gerichte in weiblicher Hand: Christina Bayrhammer (44) wurde mit 1. März neue Chefin des Bezirksgerichts Salzburg. Sie war die vergangenen 16 Jahre als Richterin am Landesgericht Salzburg, das von Christina Gumpoldsberger geführt wird.
Fast 20 Jahre war ihr Vorgänger Wolfgang Filip in der Rolle. Die gebürtige Welserin freut sich über ihre neue Aufgabe. Als erste Frau: „Mich verwundert das immer wieder!“
Von der Publizistik zum Jus-Studium in Linz
Anfangs hatte sie Publizistik in Wien studiert, das war ihr aber nicht handfest genug. Sie wechselte nach Linz und studierte dort Jus. In der Ausbildung als Richteramtsanwärterin war sie auch bei einer Anwältin, die Rechtsberatungen im Frauenhaus machte. „Das hat mir getaugt. Ich will nicht nur eine Juristin sein, für mich ist das Soziale ganz wichtig!“, sagt die 44-Jährige.
Eigentlich wollte sie in Linz bleiben, aber damals gab es keine Richterstellen. So biss sie in den sauren Apfel und kam nach Salzburg. Bayrhammer lacht, wenn sie davon erzählt: „Heute bin ich froh drum!“
Mit Herzblut für Jugendliche
Am Landesgericht wurde sie schnell Jugendstrafrichterin. Eine Aufgabe, die sie mit Herzblut ausfüllt: „Man erledigt nicht nur einen Fall, sondern hat etwas beigetragen, jemanden aus der Kriminalität zu holen.“ Bayrhammer geht auch selbst in Schulklassen an Brennpunktschulen. Prävention ist ihr wichtig. „Es wird kein Workshop dazu führen, dass wir keine Kriminellen mehr haben. Aber ich glaube, man erreicht den einen oder anderen.“
Wenn ein 14-Jähriger sich über seine Haft freut
Ihr schockierendster Fall war, als ein 14-Jähriger in Untersuchungshaft kam. „Er sagte, dass er so glücklich sei, weil er sich das erste Mal nicht überlegen muss, wo er heute schläft und wo er was zum Essen herkriegt.“
Die Mutter von zwei Kindern ist mit allen Mitarbeitern im Bezirksgericht per du. Wichtig sei ihr, dass es allen gut geht: „Vom Hausmeister bis zum Richter.“
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