LH Mattle überzeugt

Österreich-Aufschlag: „Druck aus Tirol wirkt!“

Tirol
01.03.2026 08:00

Nicht nur die Rettung der Einheimischentarife rückt laut Tirols LH Anton Mattle näher, auch im Kampf gegen massive Preisunterschiede im Vergleich zu Deutschland komme man voran. Mattle spart nicht mit Kritik an der EU: Sie ignoriere die Warenverkehrsfreiheit als eine zentrale EU-Grundfreiheit. 

Der Österreich-Aufschlag auf Waren im Supermarkt begleitet Tirol nun schon über mehr als eine Dekade. „Selbst im teuersten Markt in München kauft man immer noch günstiger ein als im billigsten Markt in Innsbruck“, heißt es in einer Medienmitteilung der Arbeiterkammer Tirol aus dem Jahr 2014 (!).

Zuletzt hat diese erneut enorme Preisunterschiede bei Lebensmitteln aufgezeigt, teilweise auch bei identischen Marken und Produkten. Die Bundeswettbewerbsbehörde geht von einem „Österreich-Aufschlag“ von rund 8 Prozent aus.

Bis zu 1000 Euro mehr im Jahr 
Zurückzuführen sei dies auf territoriale Lieferbeschränkungen durch internationale Konzerne. Sie erschweren die Belieferung von österreichischen Supermärkten und entscheiden de facto, zu welchem Preis Produkte geliefert werden können – so lautet die übereinstimmende Einschätzung.

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Es ist bittere Realität, dass man bei einem Lebensmitteleinkauf in Seefeld deutlich teurer aussteigt als zum Beispiel in Mittenwald. 

Tirols LH Anton Mattle

Die Menschen in Österreich zahlen laut Konsumerhebung im Schnitt 1000 Euro mehr pro Jahr für ihren Lebensmitteleinkauf als in Deutschland.

Tirols Grenzregionen: Die Fahrt lohnt sich 
Besonders deutlich werde dieser „unfaire Österreich-Aufschlag“ in Grenzregionen Tirols, wie LH Anton Mattle (ÖVP) aufzeigt: „Es ist bittere Realität, dass man bei einem Lebensmitteleinkauf in Seefeld oder Scharnitz deutlich teurer aussteigt als in Mittenwald oder Garmisch. Zwischen einem Supermarkt in Scharnitz und einem Supermarkt in Mittenwald liegen nur 8 Minuten Fahrzeit, aber 13 Prozent Preisunterschied!“

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Die Kommission wird im März beraten. Es ist von oberstem nationalen Interesse, dass hier aufs Tempo gedrückt wird. 

Minister Wolfgang Wolfgang Hattmannsdorfer

Sonnencreme doppelt so teuer
Dies betreffe auch andere Regionen und andere Produkte: 14 Kilometer liegen zwischen Reutte und der deutschen Stadt Füssen: Dieselbe Sonnencreme kostet in Reutte 18,45 € und in Füssen 9,25 €.

„Tiroler Hartnäckigkeit zahlt sich jedenfalls aus“
LH Mattle ist zuversichtlich, dass nun Bewegung in die Sache kommt: „Diese Woche haben sich die EU-Wirtschaftsminister nicht nur zu den Einheimischentarifen bekannt, sondern auch einen wichtigen Schritt gegen den Österreich-Aufschlag gesetzt. Die Tiroler Hartnäckigkeit zahlt sich aus, der Druck aus Tirol wirkt. Nach der Senkung des Wolf-Schutzstatus tragen die nächsten Initiativen aus Tirol und den europäischen Regionen Früchte“, verdeutlicht LH Mattle gegenüber der „Tiroler Krone“.

LH Anton Mattle kämpft gegen den „unfairen Aufschlag“.
LH Anton Mattle kämpft gegen den „unfairen Aufschlag“.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

„Oberstes nationales Interesse“
Er verweist auf Unterstützung von Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer (ÖVP). In der Frage der territorialen Lieferbeschränkungen, also bei Preisaufschlägen für kleinere Länder, herrsche Einstimmigkeit, diese anzugehen, berichtet LH Mattle von Gesprächen. Es sei laut Hattmannsdorfer „von oberstem nationalen Interesse, dass hier aufs Tempo gedrückt wird“.

EU ignoriert Grundfreiheit
Auf EU-Ebene habe Österreich schon eine Allianz mit acht Ländern gebildet: „Das sind 66 Millionen EU-Bürgerinnen und Bürger, die diese Ungerechtigkeit nicht mehr akzeptieren wollen. Im Fall des Österreich-Aufschlages ignoriert die EU die Warenverkehrsfreiheit als eine zentrale EU-Grundfreiheit“, fasst Tirols Landeshauptmann zusammen.

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