Fisch-Alarm

Heringsschmaus als Spiegel überfischter Meere

Klima
17.02.2026 18:00

Der Aschermittwoch gilt als heiliger Startschuss in die Fastenzeit, der Heringsschmaus als kulinarisches Ritual. Doch hinter den silbernen Filets lauert eine unbequeme Wahrheit: Unsere Meere sind leergefischt.

Noch vor wenigen Jahren galt Hering als nachhaltige Wahl. Jetzt schlagen Experten Alarm: Im Nordost-Atlantik sind die Bestände drastisch eingebrochen. Trotz wissenschaftlicher Warnungen liegen Fangquoten teils weiter über empfohlenen Grenzen. Die Folgen reichen weit über den Teller hinaus: Wenn Hering und Kabeljau verschwinden, bricht eine ganze Nahrungskette zusammen. Seevögel, Robben und Schweinswale verlieren ihre Lebensgrundlage – ein Dominoeffekt mit fatalen Konsequenzen für das Ökosystem Meer.

Niederösterreichs LH-Vize Stephan Pernkopf zu Besuch am Thorhof in Hohenberg, wo es wertvollen, ...
Niederösterreichs LH-Vize Stephan Pernkopf zu Besuch am Thorhof in Hohenberg, wo es wertvollen, heimischen Fisch gibt.(Bild: noel.gv.at)

Fisch-Importland : Österreichs stille Abhängigkeit
Die Zahlen sind erschütternd: Nur acht Prozent seines Fischbedarfs deckt Österreich selbst. Bereits Ende Jänner sind rechnerisch alle heimischen Ressourcen verbraucht. Ganze 92 Prozent stammen aus dem Ausland – oft aus industriellen Fangmethoden mit gewaltigem CO₂-Fußabdruck.

Empfohlene heimische Arten

  • Forelle
  •  Saibling
  •  Karpfen
  • Wildfänge aus Seen sind ebenfalls möglich - jedoch nur in begrenzten Mengen, damit Bestände stabil bleiben

Ein drastisches Beispiel: Mit Grundschleppnetzen gefangene Garnelen belasten Klima und Meeresboden um ein Vielfaches stärker als heimischer Karpfen. Auch Landwirtschaftsminister Norbert Totschnigg betont sinngemäß, dass regionale Lebensmittelproduktion ein Schlüssel für Versorgungssicherheit, Klimaschutz und Wertschöpfung im Inland sei – und heimischer Fisch dabei eine wichtige Rolle spielen könne.

Zitat Icon

Am Aschermittwoch gehört Fisch traditionell auf den Teller - Heimischer Süßwasserfisch ist eine regionale und umweltfreundliche Variante.

Landwirtschaftsminister Norbert Totschnig

Der Aschermittwoch soll kein Abschied vom Fisch sein – sondern ein Neubeginn. Weniger, dafür bewusster essen, lautet die Botschaft der Naturschützer. Denn jeder Einkauf entscheidet mit, ob Meere sich erholen oder weiter ausbluten. Die Wahl liegt auf unserem Teller.

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