Ärger in Bregenz

Grüne macht sich Luft: „Afro-Perücken sind No-Go“

Vorarlberg
13.02.2026 15:00
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Sexismus, Übergriffigkeiten und Menschen als Kostümidee – Sandra Schoch, ehemalige Vorarlberger Landtagsvizepräsidentin und Vizebürgermeisterin von Bregenz, prangert auf ihrer Facebook-Seite jene an, die im Fasching die Grenzen überschreiten.

„Was für manche nur Verkleidung ist, kann für andere eine verletzende Erinnerung an Spott, Ausgrenzung und Klischees sein. Menschen sind keine Kostümidee. Es ist 2026“, pocht die grüne Stadtvertreterin auf mehr Sensibilität.

Fette Goldkette und abgenagter Knochen
Wer ältere Faschingsbilder, beispielsweise von den Straßenumzügen in Bregenz, ansieht, wird feststellen, wie sehr sich die Zeiten geändert haben. So sind nicht nur mehr Wagen und weniger Fußgruppen unterwegs, auch die Wahl der Kostüme hat sich geändert. Besonders beliebt in den 1960er-Jahren waren Clowns. Oftmals hatten sich aber auch Menschen im dunkelhäutigen Kostüm daruntergemischt. Alle Klischees wurden erfüllt – man trug nicht nur eine Afro-Perücke, sondern auch eine fette Goldkette. Bisweilen baumelte ein abgenagter Knochen am Hals oder Gewand.

Schoch spricht sich gegen diese Art von Diskriminierung und die Einhaltung von Grenzen in der „fünften Jahreszeit“ aus. „Ich mag diese Zeit, investiere auch gerne Zeit in die Kostüme und mache gerne bei den Traditionen mit. Ich mag das Verkleiden und wie viel Mühe sich so viele Menschen damit geben, sich monatelang dafür in Gruppen treffen, basteln, nähen und auch technische Spielereien entwickeln“, schreibt sie auf Facebook. Was sie hingegen nicht mag, sei, dass „manche immer noch nicht checken, dass eine Identität eines anderen Menschen kein Kostüm ist. Afro-Perücken sind ein No-Go.“

Sexismus und Übergriffigkeiten
Ebenfalls ein absolutes No-Go sind aus Sicht der Grünen-Politikerin Berührungen, die über das normale „Anstreifen“ im dichten Gedränge hinausgehen – etwa, wenn ein Mann eine Frau absichtlich an der Taille, den Hüften oder den Brüsten berührt. „Ich habe diese ‘Umarmungen‘ schon als junge Frau gehasst. Eingezwängt und berührbar“, empört sich Schoch – und dürfte damit nicht allein sein.

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