Es gibt weniger Alkoholvergiftungen bei Jugendlichen – es ist nur ein leichter Rückgang – und eine starke Zunahme von Cannabis und Kokain. Das zeigt die Masterarbeit eines Studenten, der an der Linzer Kinderklinik die klinischen Daten von 12- bis 18‑Jährigen analysiert hat.
Für die Analyse wurden alle positiven klinischen Suchtmittelnachweise der Jahre 2019 bis 2023 erhoben. Das durchschnittliche Alter der Patientinnen und Patienten lag über alle Untersuchungsjahre hinweg bei rund 16 Jahren „Unsere Analyse zeigt deutliche Verschiebungen im Muster der nachgewiesenen Substanzen,“ erklärt Medizinstudent Marco Breiteneder.
Während Alkohol weiterhin am häufigsten festgestellt wird, nahmen insbesondere Cannabis- und Kokainnachweise zu. Auffällig ist der hohe Anteil an Mischkonsum.

Marco Breiteneder über die Studie
Bild: KUK
Die Anzahl stationärer Aufnahmen aufgrund von Alkoholvergiftungen ging im Zeitverlauf leicht zurück (2023: 88 Aufnahmen). Etwa zwei Drittel der Fälle traten an Wochenenden auf. Mädchen waren häufiger betroffen, Burschen wiesen jedoch schwerere, oft intensivpflichtige Verläufe und höhere Blutalkoholspiegel auf.
Ein Teil der Patienten tauchte mehrfach auf
Die positiven Kokainnachweise stiegen im Untersuchungszeitraum deutlich an. In 92 % der Fälle wurden sie im Rahmen von Mischkonsum festgestellt, überwiegend gemeinsam mit Cannabis. Sowohl die Anzahl positiver Cannabistests als auch die Häufigkeit wiederholter Nachweise nahm im Vergleich der Jahre 2020 bis 2023 zu (166 Nachweise in 2023). Ein Teil der Patientinnen und Patienten fiel durch mehrfache Konsumereignisse auf.
Wir sehen nur die Spitze des Eisberges. Ich bin besorgt um die Toleranz von Alkohol und Suchtmitteln in der Gesellschaft. Jeder Fall, ist ein Alarmschrei.

Wolfgang Högler, Kinderklinik
Bild: KUK
Mädchen erwischt es häufiger
Insgesamt wurden Mädchen häufiger im Zusammenhang mit Suchtmittelvergiftungen stationär aufgenommen. Mischintoxikationen wurden 2023 ca. dreimal häufiger von Mädchen als von Burschen verursacht.
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