Das hätte auch viel schlimmer ausgehen können: Weil ihm sein Fitnessstudio zu viel Geld abgebucht hatte, packte ein 24-Jähriger einen Kanister Benzin ein und versuchte damit, das John Reed im Donauzentrum anzuzünden. Dafür muss er jetzt ins Gefängnis.
Er habe eine sehr niedrige Frustrationstoleranz, attestiert ein psychiatrisches Gutachten dem 24-Jährigen. Und das demonstrierte er am 13. Dezember im Wiener Donauzentrum. Dort trainierte der junge Iraker eigentlich im Fitnessstudio John Reed – bis er die Mitgliedschaft im September gekündigt habe. Und trotzdem habe man ihm noch weiter Geld vom Konto abgebucht.
Mit zehn Litern Benzin ins Donauzentrum
„Ich wollte ihnen das heimzahlen“, sagt der Arbeitslose jetzt vor den Schöffen. Der Staatsanwalt führt weiter aus: „Er hat sich nicht genug respektiert gefühlt. Er wollte Rache nehmen, kann man sagen.“ Also marschierte der 24-Jährige zur Tankstelle, besorgte sich einen Zehn-Liter-Kanister mit Benzin. Sein nächster Weg führte ihn ins Donauzentrum.
„Am liebsten hätte ich alles angezündet“
Mit einem Hammer schlug er dort in der Nacht die Glasscheibe zum Fitnessstudio ein, warf zuerst ein brennendes Stoffsackerl hinein – und schüttete dann ordentlich Benzin hinterher. Vor der Polizei sagte er: „Am liebsten hätte ich alles angezündet.“
Im Landl versucht der Angeklagte, der seitdem in U-Haft sitzt, die versuchte Brandstiftung etwas herunterzuspielen: „Mein Feuer war ja nicht groß.“ Dafür erntet er eine scharfe Antwort vom Vorsitzenden Richter: „Es hätte groß werden können, wenn Sie da literweise Benzin hineinschütten.“ Es ist nur einem aufmerksamen Securitymitarbeiter zu verdanken, dass es im Einkaufzentrum nicht lichterloh brannte.
Der Schaden blieb trotzdem nicht ohne: 35.000 Euro hätten die Reparaturen das Donauzentrum und das John Reed gekostet. Insgesamt 10.500 Euro fordern beide von dem jungen Iraker. Der möchte den Schadensersatz aber gegenrechnen mit der Summe, die das Fitnessstudio ihm unberechtigterweise abgebucht habe – ungefähr zwischen 200 und 300 Euro. Ob das nicht doch gerechtfertigte Kosten, beispielsweise im Zuge einer Kündigungsfrist, waren, bleibt im Prozess offen.
Selbstjustiz, im Sinne, ich zünde da jetzt was an, geht einfach nicht.
Vorsitzender Richter im Wiener Landl
Acht Monate Gefängnis
Eine Rolle spiele das aber sowieso nicht: „Selbstjustiz, im Sinne, ich zünde da jetzt was an, geht einfach nicht.“ Also setzte es eine nicht rechtskräftige teilbedingte Haftstrafe: 24 Monate, davon muss er acht ins Gefängnis. An seinem „affektiven Verhalten“ möchte der Iraker außerdem arbeiten.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.