Miese Stimmung

Grau in grau bedrückt die Wiener: „Es ist schlimm“

Wien
03.02.2026 19:00

Die Sonne ist in den vergangenen Monaten zur Rarität geworden. Der Nebel und die Kälte schlagen sich auch auf das Gemüt. Dem Stimmungstief kann man aber durchaus Herr werden. Die „Krone“ fragte bei einer Expertin nach.

Antriebslosigkeit, Müdigkeit, Rückzug. Symptome, von denen wohl viele Wiener aktuell ein Trauerlied singen können, wie Psychologin Doris Malischnig erzählt. Der Grund: Über der Stadt hängt seit Tagen eine Nebelsuppe. Und das schlägt sich auf die Stimmung.

„Für die Winterdepression ist typisch, dass die Symptome im Herbst kommen und sich im Frühjahr bessern“, erklärt sie. Zu einem gewissen Grad sei das auch normal. Hat man kurzzeitig wenig Energie oder Motivation und das Bedürfnis nach Ruhe, sei das unbedenklich.

Ab wann man sich Hilfe suchen soll
Wenn die Symptome aber zwei bis drei Wochen anhalten, sich Gefühle von innerer Leere oder Hoffnungslosigkeit auftun und man gar keine Freude mehr verspürt, dann sollte man sich professionelle Hilfe suchen, so die Expertin.

Für bereits psychisch Erkrankte ist die graue Zeit im Winter außerdem noch belastender. Bereits bestehende Symptome, etwa bei Depressionen, können sich noch verstärken.

„Ich bin daher über jede Person froh, die trotz dieser Situation die Energie hat, sich Hilfe zu suchen“, sagt Malischnig.

Was tun gegen das Stimmungstief? 
Gegen das Stimmungstief ob des Wetters kann man aber auch aktiv Schritte setzen, erklärt sie. So hilft etwa eine fixe Tagesstruktur. „Das heißt eine feste Aufstehzeit, auch am Wochenende, und am besten jeden Tag ein Mini-Ziel, das erreichbar ist“, so die Expertin. Manchen helfe auch eine Lichttherapie mit einer Tageslichtlampe.

Sollte man merken, dass Freunde oder ein Familienmitglied an der sogenannten „Winterdepression“ leiden, sollte man für sie da sein. Das bedeutet: Gezielt Nachfragen, ob etwas nicht stimmt, Verständnis zeigen und Pläne schmieden.

Dass Betroffene bei Aktivitäten absagen, sei normal. Das Stimmungstief fresse viel Energie. Für soziale Kontakte haben sie dann oft wenig über.

Während der Wintermonate darf man es aber auch ruhiger angehen. Malischnig rät zu einem „freundlicheren Umgang mit sich selbst“. Der Winter sei keine Hochleistungsphase. Man dürfe sich also einmal erlauben, „langsam zu sein“.

Ich bin die ganze Zeit am Lernen, also ich habe gar nicht so viel Zeit, mir darüber Gedanken zu machen. Aber es ist aktuell schon sehr zäh.

Ruben G. (23)

Ich muss sagen, ich mag den Winter. Ich mag die Sonne nicht so gerne. Das ist mir dann immer zu heiß. Also mir tun der Nebel und die Kälte gar nichts.

Klaus O. (66)

Ich glaube, jeder kann aktuell fühlen, dass das Wetter einen bedrückt. Ich plane meine Tage schon nach den Wetterprognosen. Aber es ist ja jeden Tag grau.

Nora M. (37)

Ich muss sagen, mir geht es wirklich sehr gut. Ich habe ein Haus in Breitenfurt und einen kleinen Kachelofen.

Ulrike M. (69)

Also dieses grau in grau jeden Tag ist so bedrückend. Man fühlt sich genau, wie das Wetter aussieht.

Kolia E. (23) & Maria H. (22)

Wann wird es besser? 
Die durchdringende Kälte, die andauernde Nässe und der tief liegende Nebel schlagen den Wienern nach rund zwei Monaten aufs Gemüt. Der Winter hält sich in dieser Saison hartnäckig. Nur an wenigen Tagen kletterte das Thermometer auf Plusgrade, von Sonne gar nicht zu sprechen.

Aber schließlich braucht der Mensch sie nicht nur wegen des lebenswichtigen Vitamin D, sondern auch auf das Gemüt wirkt sie im wahrsten Sinne des Wortes erhellend. Wann ist es also so weit?

Laut Geosphere (ehemals ZAMG) wird sich die Sonne in den nächsten sieben Tagen wieder nicht blicken lassen. Eine Vorhersage darüber hinaus wäre laut Sprecher vermessen. Und auch die tiefen Temperaturen bleiben uns weiter erhalten. Lediglich heute könnten sie sich zumindest tagsüber um ein bis zwei Grad steigern.

Das war es dann aber auch schon. „Solche Nebelepisoden fallen meist in den November und Dezember. In diesem Jahr finden sie etwas später statt“, so der Sprecher weiter. Das bedeutet also: Auf die Sonne muss Wien leider noch länger warten.

Loading...
00:00 / 00:00
Abspielen
Schließen
Aufklappen
kein Artikelbild
Loading...
Vorige 10 Sekunden
Zum Vorigen Wechseln
Abspielen
Zum Nächsten Wechseln
Nächste 10 Sekunden
00:00
00:00
1.0x Geschwindigkeit
Loading
Eingeloggt als 
Nicht der richtige User? Logout

Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.

Kostenlose Spiele
Vorteilswelt