Kaputte Gleise und zu viele Langsamfahrstellen zwingen mehrere Bims ins Schneckentempo. Doch das Sanierungsprogramm der Wiener Linien hinkt hinterher.
Der „Krone“-Bericht über die nagelneuen Straßenbahngleise der Linie 27 in der Donaustadt, die nach gerade einmal vier Monaten schon zerbröseln, sorgt für Aufregung. Das ist aber noch nicht alles. Auf der Strecke gibt es auch gleich zwei der berüchtigten Langsamfahrstellen. Wie kann es bei so einer neuen Strecke zu solchen Problemen kommen?
Verringerte Lebensdauer der Gleise als Problem
Eine mögliche Ursache ist die Verdichtung der Fahrintervalle. Wenn mehr Züge in kürzerer Zeit verkehren, steigt die Belastung der Gleise erheblich. Die daraus resultierenden Schäden führen zu einer verkürzten Lebensdauer der Gleisanlagen.
Zusätzlich trägt die Einführung der Niederflurfahrzeuge im Jahr 2002 dazu bei: Diese Fahrzeuge weisen eine höhere Achslast auf. Eine lange ULF-Garnitur erreicht beispielsweise ein Gesamtgewicht von rund 65,5 Tonnen. Die neue Flexity-Bim kommt auf 64 Tonnen. Die erwartete Lebensdauer von Gleisen liegt laut Wiener Linien zwischen acht und 45 Jahren, je nach Geometrie und Belastung. Weichen werden zwischen 13 und 15 Jahren eingesetzt. Die Wiener Linien versuchen gegenzusteuern und haben 2024 die „größte Sanierungsaktion in seiner Geschichte“ gestartet – doch die dauert, und zwar noch bis zum Jahr 2029.
Das Straßenbahnnetz in Wien hat eine beeindruckende Gleislänge von insgesamt 419 Kilometern.
Wien hat immerhin das sechstgrößte Straßenbahnnetz der Welt. Insgesamt werden heuer 12,5 Kilometer Straßenbahngleise und 33 Bim-Weichen erneuert sowie 3,1 Kilometer neue Strecke eröffnet. Der 20. und 2. Bezirk muss weiter warten. Und das, obwohl die Linie 5 am Augarten teilweise mit nur 10 km/h unterwegs ist. Sehr zum Ärger der Fahrgäste.
Von den Wiener Linien heißt es dazu auf Anfrage: „Bei der Priorisierung betrachten wir immer das gesamte Straßenbahnnetz: Wir modernisieren dort, wo es am dringendsten erforderlich ist und den größten Nutzen für unsere Fahrgäste bringt.“
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