Die Nachwehen des Signa-Desasters, welches Ende November René Benkos Firmenkonstrukt zum Einsturz brachte, haben der Schweizer Bank Julius Bär das Ergebnis 2025 verhagelt.
Im Zusammenhang mit dem Kollaps der Immobiliengesellschaft Signa des Tiroler Investors Rene Benko hatte Anfang 2024 Bär Kreditverluste von 586 Millionen Franken verbucht. Der Skandal kostete sogar den damaligen Bär-Chef den Job. Der nun seit Anfang 2025 amtierende CEO Stefan Bollinger ordnete an, das Kreditportfolio auf weitere Problemfälle zu durchforsten und vorsichtigere Kriterien für die Kreditqualität anzuwenden. Dies führte im vergangenen Jahr zu den Erhöhungen der Kreditwertberichtigungen.
Der Gewinn des Vermögensverwalters sank um ein Viertel auf 764 Mio. Franken (834,3 Mio. Euro), wie Bär am Montag mitteilte. Ebenfalls negativ wirkte eine Belastung aus dem Verkauf des Brasilien-Geschäfts. Das Geldhaus sammelte bei seinen reichen Privatkunden 14,4 Mrd. Franken an frischem Geld ein. Die Kredit-Wertberichtigungen schlugen mit netto 213 Mio. Franken zu Buche.
Damit wuchs die nach der UBS größte reine Privatbank der Schweiz auf das Jahr hochgerechnet um 2,9 Prozent, während sich die eigene Vorgabe auf etwa 3,0 Prozent belief. Zusammen mit den Kursgewinnen an den Finanzmärkten sorgten die eingeworbenen Neugelder dennoch dafür, dass die insgesamt verwalteten Vermögen um fünf Prozent auf den Rekordwert von 521 Mrd. Franken kletterten.
„Erfolgreiches Übergangsjahr“
„Alles in allem war 2025 ein erfolgreiches Übergangsjahr und wir sind nun gut aufgestellt, um unsere Mittelfristziele zu erreichen“, erklärte Bollinger. Trotz des Gewinnrückgangs will Bär eine unveränderte Dividende von 2,60 Franken je Aktie ausschütten. Mit der Wiederaufnahme von Aktienrückkäufen hält sich das Institut weiter zurück. Voraussetzung dafür ist der Abschluss eines Enforcementverfahrens, der schärfsten Waffe der Schweizer Finanzmarktaufsicht Finma, zur Signa-Affäre. Vontobel-Analyst Andreas Venditti rechnet früheren Angaben zufolge damit, dass Bär bis Ende des Jahres eigene Titel im Wert von einer halben Milliarde Franken zurückkaufen dürfte.
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