Drei Jahre nach Drama

Tod nach Fettabsaugung: Späte Anklage im Fall Caro

Gericht
30.01.2026 09:00

Die 21-jährige Jus-Studentin Caro A. starb im Dezember 2022 in einer Wiener Privatklinik bei einer Fettabsaugung infolge eines Sauerstoffmangels. Mehr als drei Jahre später muss der Narkosearzt jetzt doch vor den Strafrichter.

Jetzt also doch! Nachdem das Verfahren gegen den Wiener Narkosearzt von der Staatsanwaltschaft nach zwischenzeitlicher Einstellung wieder aufgenommen worden war, wurde der Mediziner nun angeklagt. Ihm wird fahrlässige Tötung von Caro A. vorgeworfen. 

Die „Krone“ hat ausführlich über den tragischen Tod der 20-Jährigen bei einer Beauty-OP berichtet und dazu beigetragen, dass eine missverständliche Passage im Gutachten vom Sachverständigen korrigiert wurde.

StA: Überwachung der Vitalwerte nicht lege artis
Was genau am 1. Dezember 2022 in der Privatklinik in der Wiener Innenstadt passiert ist, wird nun ein Strafprozess klären, der am 14. April stattfinden wird. Die junge JUS-Studentin hatte sich damals für eine Fettabsaugung in der Privatklinik entschieden. Nach dem Eingriff starb die sportliche Studentin infolge von Sauerstoffmangel.

Caros Eltern, oben mit Opferanwalt Sascha Flatz (M.), hoffen, dass im Prozess endlich ihre ...
Caros Eltern, oben mit Opferanwalt Sascha Flatz (M.), hoffen, dass im Prozess endlich ihre Fragen beantwortet werden.(Bild: Gerhard Bartel)

Messung auf Finger mit Gelnagel?
Der schwere Verdacht gegen den Anästhesisten: Die Überwachung der Vitalwerte sei nicht lege artis durchgeführt worden, da bei dem Dämmerschlaf kein EKG verwendet und die Pulsoxymetrie auf einer Fingerkuppe mit Gelnagel durchgeführt worden sei.

„Wir erhoffen uns, nein eigentlich erwarten wir uns, dass durch die Zeugeneinvernahmen die Wahrheit ans Licht kommt“, ist Caros Mutter über die späte Anklage erleichtert. „Es kann doch nicht sein, dass zwei Ärzte und zwei OP-Assistenten einen Atemstillstand nicht bemerken oder nicht sehen, dass sich die Bauchdecke nicht mehr hebt.“

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Es kann doch nicht sein, dass zwei Ärzte und zwei OP-Assistenten einen Atemstillstand nicht bemerken oder nicht sehen, dass sich die Bauchdecke nicht mehr hebt.

Caros Mutter zur „Krone“

Familie hofft auf Antworten
Frau A. hatte ihre Tochter an jenem Tag zu der Klinik gebracht. Zuvor hatte sie vergebens versucht, Caro den Eingriff auszureden. Als sie ihr einziges Kind nach kurzen Besorgungen wieder abholen wollte, stand ein Rettungswagen mit Blaulicht vor dem Haus. Fragen, die ihr seither keine Ruhe lassen: War ein Sauerstoffgerät im Einsatz? Wo ist das EKG? Oder wurde ein Defibrillator verwendet? Die Zeugen stehen bei der Verhandlung unter Eid.

Auf Antworten pocht auch Opferanwalt Sascha Flatz: „Meine Mandanten hoffen auf volle Aufklärung und eine angemessene Bestrafung, auch wenn ihnen das ihre Tochter nicht zurückgibt.“

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