Heuer dürfte in Österreich noch mehr gepfuscht werden als im Vorjahr, aus wirtschaftlicher Sicht hat das Auswirkungen. Dem Staat entgehen durch die Arbeit „unter der Hand“ von Handwerkern & Co. geschätzt bis zu 3,5 Milliarden Euro.
Für heuer rechnet er mit einem Zuwachs beim Pfusch von 4,5 Prozent gegenüber 2025, sagt Ökonom Friedrich Schneider von der Kepler Universität Linz. Der Grund für das Pfusch-Plus sind die wirtschaftliche Lage in Österreich und die geplanten Maßnahmen der Regierung zur Budgetkonsolidierung.
Für mehr als ein Drittel des Pfuschs ist der Sektor Baugewerbe und Handwerksbetriebe (inklusive Reparatur) verantwortlich. Der Umsatz der Schattenwirtschaft wird heuer bei mehr als 16 Milliarden Euro liegen. An zweiter Stelle sind sonstige Gewerbebetriebe und haushaltsnahe Dienstleistungen, sie haben einen Anteil von 17 Prozent.
Wenig Pfusch im EU-Vergleich
Innerhalb der EU seien heuer voraussichtlich Luxemburg und Österreich die beiden Länder mit der geringsten Schattenwirtschaft. Für den Staat geht durch den Pfusch trotzdem Geld verloren, warnt Schneider. „Nach meinen Schätzungen entgehen der öffentlichen Hand Steuer- und Sozialversicherungsbeitragsausfälle in Höhe von circa 2 bis 3,5 Milliarden Euro pro Jahr“, erklärt der Experte. Die Verluste werden allerdings etwas abgemildert, weil das mit dem Pfusch verdiente Geld „im Durchschnitt zu 80 Prozent sofort wieder in der offiziellen Wirtschaft ausgegeben wird.“
Auch die Unfall- und Krankenversicherungen sind laut Schneider Verlierer der Schattenwirtschaft. Sie hätten die erhöhten Kosten der zusätzlichen Unfälle bzw. Arbeitsunfähigkeit der Pfuscher zu tragen.
Pfusch-Anteil am BIP steigt
Die Schattenwirtschaft betrug im Vorjahr rund 40 Milliarden Euro oder 7,8 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das BIP misst die Produktion von Waren und Dienstleistungen in Österreich in einem Jahr. „In 2026 wird die Schattenwirtschaft (der Pfusch) somit insgesamt 41,960 Milliarden Euro oder 7,91 Prozent des offiziellen BIP betragen“, rechnet Schneider vor.
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