Arbeitkampf in OÖ

Streik in Spitälern: 117 Operationen betroffen

Oberösterreich
21.01.2026 16:18
Porträt von Krone Oberösterreich
Von Krone Oberösterreich

Der Zeitplan für die Protestaktion in den Ordensspitälern am Donnerstag steht: Nach einer Kundgebung wird zum Landhaus in Linz marschiert. Wie sich das auf Patienten auswirkt, ist noch unklar. Fix ist aber: 117 Operationen sind vom Arbeitskampf betroffen. 

Eines war schon im Vorfeld des Streiks klar: In Linz ist für Notfall-Aufnahmen heute das Kepler Universitätsklinikum zuständig. Und auch in den Ordensspitälern hat man versucht, die Auswirkungen auf die Patienten möglichst gering zu halten. Trotzdem: „Nach aktuellem Stand sind 117 geplante Operationen in allen Ordensspitälern in Oberösterreich betroffen. Diese konnten im Vorfeld erfolgreich verschoben werden oder wurden bereits durchgeführt“, heißt es in einer gemeinsamen Stellungnahme der betroffenen Kliniken.

Die Möglichkeit der Arbeitsniederlegung besteht an allen acht Standorten in Oberösterreich. Wie viele der gut 10.000 Mitarbeiter aus dem nichtärztlichen Bereich wirklich auf die Straße gehen, wird sich erst heute Früh zeigen. Wer streiken gehen will, muss das vor Beginn des Dienstes bekannt geben.

Nach dem Protest gibt’s Live-Musik und Leberkäse
Gestartet wird die Demonstration in der Landeshauptstadt um 10 Uhr. Erste Versammlungen finden bei den Barmherzigen Schwestern und den Elisabethinen statt, um 10.15 Uhr beginnt am Martin-Luther-Platz eine gemeinsame Kundgebung. Eine halbe Stunde später marschieren die Teilnehmer über den Taubenmarkt zum Landhaus, anschließend weiter zum Krankenhaus der Elisabethinen. Dort gibt es für die Streikenden Live-Musik, Getränke und eine Leberkäs-Jause.

Zitat Icon

Es ist unser ausdrückliches Anliegen, dass Leib und Leben der Patienten nicht gefährdet sind. Der Streik ist notwendig, weil man uns sonst nicht hört.

Gewerkschafterin Martina Reischenböck

Weitere Kundgebungen sind auch in Wels, Grieskirchen und Ried im Innkreis geplant. Gefordert wird eine stufenweise Reduktion der Wochenarbeitszeit auf 35 Stunden sowie eine Lohnanpassung in Höhe der Inflation. Die Arbeitgeberseite bot zuletzt 3,3 Prozent mehr Lohn an, die Reduktion der Arbeitszeit hält man für utopisch – weshalb nun gestreikt wird.

Neben den noch nicht absehbaren Folgen für Patientinnen und Patienten wird es in Linz auch zu Verkehrsbehinderungen kommen. Während des Marsches über die Landstraße wird der öffentliche Verkehr in diesem Bereich eingestellt, auch auf der Linzer Promenade ist mit Behinderungen zu rechnen. Die Polizei begleitet die Kundgebung und rechnet mit einigen hundert Teilnehmern. 

Kommentar
Die Geister, die sie rief

Arbeitnehmer fordern mehr Geld, Arbeitgeber wollen sparen; am Ende gibt es einen für alle tragfähigen Kompromiss: Das ist gelebte Tradition bei Lohnrunden in Österreich.

(Bild: Krone KREATIV, Alexander Schwarzl, Markus Wenzel)

Bei den oö. Ordensspitälern hat die Gewerkschaft nun eine fragwürdige deutsche Agentur vor den Karren gespannt, die offenbar ohne jegliche Expertise im Gesundheitswesen eine für diesen sensiblen Bereich unpassende Kampagne der verbrannten Erde aufzieht.

Von dieser Brachial-Taktik werden letztlich auch die Ordensspitalmitarbeiter nicht profitieren. Das dämmert langsam auch der Gewerkschaft – aber die Geister, die sie rief, wird sie jetzt nicht mehr los.

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