Antrag auf Konkurs

Sanierung von Baustoffhändler Quester gescheitert

Wirtschaft
21.01.2026 11:48
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wie Gläubigerschutzverbände am Mittwoch bekannt gaben, ist die Sanierung des traditionsreichen insolventen Wiener Baustoffhändlers Quester gescheitert.

Der Grund für die gescheiterte Sanierung den Gläubigerschutzverbänden AKV, KSV und Creditreform zufolge ein Antrag auf ein Konkursverfahren gegen die Quester Holding GmbH, die als einzigen Vermögenswert alle Anteile der insolventen und eigentlich in Sanierung befindlichen Quester Baustoffhandel GmbH hat. Die GmbH-Sanierung sah vor, die Anteile an der Holding an einen Investor zu verkaufen. Das ist nun fehlgeschlagen.

Rückzieher beim Sanierungsplan
„Die Sanierung der Quester Baustoffhandel GmbH ist somit gescheitert“, schrieb der KSV am Mittwoch. Wie vom AKV hieß es von dort, dass die Quester Baustoffhandel GmbH ihren Sanierungsplan aufgrund der Entwicklung bei der Holding werde „zurückziehen müssen“. „Die Verhandlungen mit dem Investor und die Sanierungsbemühungen der Schuldnerin und der Quester Baustoffhandel GmbH sind gescheitert.“

Der Verkauf der Holding war verbunden mit einem Forderungsverzicht der Altgesellschafter, um die Sanierung zu ermöglichen. Laut Creditreform wurde der Sanierungsplanantrag von der GmbH unterdessen auch schon zurückgezogen.

Die Sanierung des Baustoffhändlers Quester ist gescheitert.
Die Sanierung des Baustoffhändlers Quester ist gescheitert.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)
Die Karte zeigt die Standorte des insolventen Baustoffhändlers Quester in Österreich. Mehrere Filialen befinden sich in Wien, darunter drei im 19. Bezirk. Weitere Standorte liegen unter anderem in Graz, Villach, Krems, Mödling und Wr. Neustadt. Der Standort Krieglach ist seit Ende Oktober geschlossen. Quelle: Quester.

Gesamtforderungen in der Höhe von über 16 Millionen €
Die Holding hat ihren Sitz in München. Sie hat keine Mitarbeiter, aber drei Gläubiger mit Gesamtforderungen von 16,4 Millionen Euro im Liquidationsfall. Eine Sanierung wird nicht angestrebt. Mit einer Eröffnung des Konkursverfahrens rechneten die Gläubigerschützer rasch.

Über die Quester Baustoffhandel GmbH war Anfang November 2025 ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet worden. Bei einer sogenannten Prüfungstagsatzung heuer am 8. Jänner meldeten laut Creditreform 674 Gläubiger rund 55 Millionen Euro an Forderungen an. Davon waren zuletzt 12 Millionen Euro anerkannt. Der große Rest der bestrittenen Forderungen werde teilweise noch geprüft, es sei mit weiteren Anerkennungen zu rechnen.

Gründung 1934 in Wien
Die 1934 in Wien gegründete Firma vertreibt Baustoffe und Fliesen für Gewerbe- und Privatkunden in Filialen in Wien, Niederösterreich, der Steiermark und Kärnten. Insolvenzursache waren drastische Umsatzrückgänge seit 2022 aufgrund der Krise in der Immobilien- und Baubranche. Bis 2024 brach der Umsatz von 201 Mio. auf jährlich 130 Mio. Euro ein. Bereits vor Insolvenzeröffnung wurde auf die gesunkenen Umsätze mit Personalabbau und Filialschließungen reagiert.

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