Hunderte Jobs wackeln

Baustoffhändler Quester muss Insolvenz anmelden

Wirtschaft
03.11.2025 09:55

Die Pleitewelle rollt weiter. Erneut gerät ein Traditionsunternehmen ins Strudeln. Bei der Baustoffirma Quester zittern 314 Mitarbeiter um ihre Jobs. Verhandlungen mit potenziellen Investoren laufen. 

Diese Nachricht erschüttert die Baubranche: Quester ist insolvent. Betroffen sind 400 Gläubiger und 314 Mitarbeiter in 18 Filialen. Laut den Kreditschützern Creditreform und KSV1870 stehen Aktiva von 7,5 Millionen Euro Passiva von 50 Millionen gegenüber. Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent angeboten.

Der 1934 gegründete Familienbetrieb wechselte seit 2005 dreimal den Eigentümer und gehört seit Juni 2025 dem deutschen „Turnaround“-Spezialisten Callista Private Equity.

Die Karte zeigt die Standorte des insolventen Baustoffhändlers Quester in Österreich. Mehrere Filialen befinden sich in Wien, darunter drei im 19. Bezirk. Weitere Standorte liegen unter anderem in Graz, Villach, Krems, Mödling und Wr. Neustadt. Der Standort Krieglach ist seit Ende Oktober geschlossen. Quelle: Quester.

Es werden bereits intensive Gespräche mit Investoren und damit zusammenhängend zur Finanzierung des Sanierungsplans geführt. „Die Ursachen für die angespannte finanzielle Situation liegen in erster Linie in der anhaltend negativen Entwicklung der Bauindustrie und dem damit verbundenen Rückgang bei Absatzvolumen, Umsatz und Ertrag“, teilte Quester mit.

„Krone“-Lokalaugenschein in Döblinger Filiale
Beim Baustoffhändler in der Wiener Heiligenstädter Straße ist auf den ersten Blick nicht zu merken, dass hier der Pleitegeier kreist. Viele Kunden sind ahnungslos. „Ich kann mir das nicht vorstellen. Ich komme täglich hierher, der Standort ist immer stark frequentiert“, meint etwa Elie Motran von der Baufirma Experdit, der seinen Lkw belädt.

Der Baustoffhändler Quester, gegründet im Jahr 1934, muss Insolvenz anmelden.
Der Baustoffhändler Quester, gegründet im Jahr 1934, muss Insolvenz anmelden.(Bild: APA/GEORG HOCHMUTH)

Getrübte Stimmung unter den Mitarbeitern
Die Stimmung unter den Mitarbeitern ist getrübt. „Wir haben es sehr kurzfristig erfahren, eine Betriebsversammlung ist angekündigt, es sieht aber nicht gut aus“, weiß eine Angestellte.

Gehälter für Oktober noch ausständig
Quester kann die Oktober-Gehälter nicht mehr zahlen. Dafür springt, allerdings verspätet, der staatliche Insolvenzentgeltfonds ein, finanziert aus den Lohnnebenkosten.

GPA-Wien-Vorsitzende Bettina Wucherer kündigt den Beschäftigten volle Unterstützung an. Die Arbeiterkammer hält fest, dass ein Sanierungsverfahren das Arbeitsverhältnis der Angestellten nicht beende.

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