Für Aufwind bei Vorarlbergs Tourismus-Verantwortlichen sorgt eine Studie zum „Freizeit- und Naherholungstourismus in Vorarlberg“, die im Auftrag der Vorarlberg Tourismus GmbH vom Institut für Systemisches Management und Public Governance der Universität St. Gallen erstellt wurde. Demnach gibt es gerade bei den Tagesgästen noch viel Potenzial.
„Bisher wurde vorrangig über Nächtigungszahlen gesprochen, aber der Tagestourismus ist ebenfalls Teil der Tourismusstrategie 2030“, betonte der zuständige Landesrat Marco Tittler bei der Präsentation der Studie. In dieser sieht er durchaus noch einige Möglichkeiten, den Tagestourismus weiterzuentwickeln – und die Wertschöpfung zu erhöhen.
Die Summe, die die Tagesgäste in die Vorarlberger Kassen spülen, ist aber schon jetzt durchaus beachtlich. Der jährliche Umsatz liegt nämlich bei rund 400 Millionen Euro – das entspricht rund einem Fünftel des gesamten touristischen Konsums.
Mehr Gäste im Sommer, aber weniger Umsatz
Die meisten Tagesgäste, rund 4,7 Millionen, kommen im Sommer. Im Winter liegt die Zahl bei etwa 2,7 Millionen. In der kalten Jahreszeit sind die Pro-Kopf-Ausgaben mit 70 bis 80 Euro allerdings wesentlich höher als im Sommer. Hier liegen die Ausgaben nur zwischen 30 und 40 Euro. Der Unterschied ist aber schnell erklärt, da es sich bei den Wintertagesgästen in der Regel um Ski- und Snowboardfahrer handelt – und die Tageskarten in den Skigebieten in der Rechnung der Studienautoren inkludiert sind.
„Während es von Dezember bis April vor allem die Skiorte sind, die die Tagestouristen anlocken, ist es im Sommer eine Kombination verschiedener Angebote“, erklärte Roland Scherer, einer der Studienautoren. Genutzt werden Bergbahnen, Bäder, die Gastronomie oder Kunst- und Kulturangebote.
Besonders beliebt als Ausflugsziel ist Vorarlberg bei den Deutschen. Rund 30 Prozent der Tagesgäste, die im Studienjahr 2024 das Ländle besuchten, kamen aus diesem Nachbarland. Dahinter folgen die Besucher aus der Ostschweiz und Liechtenstein (20). Den weit größten Teil machen die Einheimischen aus, deren Anteil bei knapp 50 Prozent liegt. „Für sie ist die V-Card, mit der über 90 Ausflugsziele in ganz Vorarlberg einmal kostenlos genutzt werden können, ein interessantes Angebot. Wir prüfen derzeit, ob wir das Angebot auf den Winter ausweiten“, berichtete Christian Schützinger, Geschäftsführer der Vorarlberg Tourismus GmbH.
Schweizer bevorzugen Berge in ihrer Heimat
Was vor allem das digitale Marketing von Vorarlberg Tourismus angeht, sollen die Angebote künftig nicht nur auf die Übernachtungsgäste ausgerichtet sein, sondern eben auch die Tagesgäste im süddeutschen Raum ansprechen. Wenig Sinn mache es gemäß Studie hingegen, um die Gäste in der Ostschweiz zu buhlen. „Dort gibt es ähnlich Produkte und damit Konkurrenz“, erläuterte Roland Scherer. Tagesgäste aus Zürich würden die Wege in die Schweizer Skigebiete wählen, da diese in wesentlich kürzerer Zeit zu erreichen seien. „Es kommen zwar viele Schweizer zum Einkaufen nach Vorarlberg, bei den Freizeitaktivitäten hingegen ist der Preis gar nicht das entscheidende Kriterium“, betonte der Studienautor.
Neben der schnellen Erreichbarkeit ist den Tagestouristen auch die öffentliche Mobilität wichtig. Dementsprechend soll laut Schützinger auch das gut ausgebaute Angebot im öffentlichen Nahverkehr genutzt werden, um mehr Besucher ins Ländle zu locken.
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