Handel versichert:

Steuersenkung soll sofort bei den Kunden ankommen

Wirtschaft
16.01.2026 18:01
Porträt von Mark Perry
Porträt von krone.at
Von Mark Perry und krone.at

Es klingt auf den ersten Blick vielversprechend und wird von der Regierung als großer Wurf verkauft: Man senkt die Steuer auf das, was täglich im Einkaufskorb landet – und schon wird das Leben für alle leistbarer. Wenn der Handel mitspielt ... Die „Krone“ fragte bei den Chefs von Rewe, Spar, Hofer und Lidl nach.

Nach der Ankündigung einer Mehrwertsteuersenkung für Grundnahrungsmittel am Mittwoch bleibt vorerst weiter offen, auf welche Produkte im Detail der niedrigere Steuersatz von knapp fünf Prozent anfallen wird. Zudem macht sich Skepsis breit, ob die Maßnahme wirklich Kunden zugutekommt – oder der Handel die Differenz selbst einstreife. 

Zwar versicherte Handels-Obmann Rainer Will, die Steuerersparnis „eins zu eins“ weitergeben zu wollen, ob das aber kontrollierbar ist, bleibt fraglich. Grundsätzlich wäre hier die Bundeswettbewerbsbehörde gefragt. Doch schon alleine bei der Frage, ob man halbe Cent-Preise auf- oder abrunde, entstehe ein Ungleichgewicht, so Wirtschaftsforscher.

Die „Krone“ fragte bei den großen Handelsriesen nach – auch, um sie an ihren Worten zu messen ...

Umfrage unter den Handelsbossen
Werden Sie die Steuersenkung an die Kunden weitergeben?

Wir werden diese geplante Senkung der Mehrwertsteuer natürlich sofort an unsere Kundinnen und Kunden weiterreichen.

Markus Kaser

Spar-Vorstand

Wir werden die spürbar nachhaltige Entlastung für die Kunden beim täglichen Einkauf zu 100 Prozent weitergeben.

Marcel Haraszti

Rewe-Boss

Selbstverständlich werden wir die geplante Mehrwertsteuersenkung vollumfänglich und direkt an unsere Kunden weitergeben.

Michael Kunz

Lidl-Chef

Durch die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel können wir unseren Kunden jetzt weitere Preisvorteile bieten

Max Hofmarksrichter

Hofer-CEO

Bekenntnis auch zu heimischen Bauern
Vor der für Samstag geplanten Unterzeichnung des Mercosur-Paktes stellen sich die Chefs der heimischen Ketten zudem demonstrativ hinter die rot-weiß-roten Bauern. „Ob Schwein, Rind, Kalb, Wild, Lamm und auch Huhn und Pute – wir bieten schon seit 2010 nur Frischfleisch zu 100 Prozent aus Österreich an“, versichert Rewe-Boss Haraszti.

Max Hofmarksrichter von Hofer betont, dass alle Putenartikel im Sortiment jetzt ebenfalls auf heimische Herkunft umgestellt werden und das Frischfleischsortiment dann zur Gänze aus Österreich stammt. Das werde sich auch durch Mercosur nicht ändern. Von Lidl heißt es in einer Stellungnahme: „Die bewusste Entscheidung gegen Importe aus Südamerika haben wir für unser gesamtes Sortiment bereits vor Jahren getroffen.“

Wie berichtet, verfolgt auch Spar eine klare Linie zur Unterstützung der heimischen Landwirtschaft. Vorstand Kaser zur „Krone“: „Wir haben noch nie Fleisch aus Südamerika bei uns in den Regalen geführt und werden es auch in Zukunft nicht haben.“

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