Die Lösung der Verkehrs- und Stauproblematik vor Österreichs größtem Freizeitpark in St. Margarethen im Burgenland wird zum Ping-Pong-Spiel zwischen dem französischen Betreiber und der burgenländischen Landespolitik.
Am Donnerstagabend präsentierte „Familypark“-Betriebsleiter Andreas Schauer dem Ruster Gemeinderat die Bebauungsrichtlinien für die geplante Erweiterung des Vergnügungsparks, der auf St. Margarethener und Ruster Hotter liegt. Auf dem 1,7 Hektar großen Ruster „Pfarrabriss“ will man eine Achterbahn errichten, die bis zu 25 Meter hoch sein darf. Die Gebäude sollen acht bis zehn Meter hoch werden. Ausführlich wurde auch über die Bepflanzung gesprochen, die die Bauwerke überragen soll. Zudem erklärte SPÖ-Bürgermeister Gerold Stagl, dass die Pläne demnächst für vier Wochen auf dem Gemeindeamt aufliegen werden, damit die Bevölkerung Einsicht nehmen kann.
Was nicht auf den Tisch gelegt wurde, ist ein Verkehrskonzept, das die wachsenden Besucherströme regulieren soll. Immerhin reisen laut Familypark 92 Prozent der Gäste mit dem Pkw an, nur acht Prozent kommen mit Bussen. Nach Ansicht des Freizeitpark-Betreibers, der französischen Unternehmergruppe „Compagnie des Alpes“, brauche es ein regionales Gesamtkonzept entlang der B52. Dafür sei die aktive Mitwirkung vom Land vonnöten.
Bedingungen für die Familypark-Erweiterung
Und was sagt SPÖ-Verkehrslandesrat Heinrich Dorner zu dieser Aufforderung? „Der Familypark ist ein Tourismus-Zugpferd, um das uns andere Länder beneiden. Die Wertschöpfung ist enorm. Bei allen positiven Seiten für Tourismus, Gastronomie, Wirtschaft und Arbeitsmarkt müssen auch Umwelt- und Verkehrsaspekte mitbedacht werden. Die Erweiterungen des Parks sind nur möglich, wenn Verkehrsmaßnahmen umgesetzt werden.“
Diese Themen seien seitens des Betreibers bei der Veranlassung diesbezüglicher Flächenwidmungsplan-Änderungsverfahren aufzubereiten – „samt Naturverträglichkeitserklärung und Umweltbericht“. Das Land habe dem Familypark bereits angeboten, eine Arbeitsgruppe einzurichten und bei der Aufbereitung entsprechende Verkehrskonzepte zu unterstützen.
Diese Lösung hat wenig Potenzial
„Um eine überregionale öffentliche Erreichbarkeit zu bieten, hat das Land auch schon die öffentliche Busanbindung verdichtet, die mit der Bahn verknüpft ist“, betont Dorner. Gerne entwickle man mit dem Betreiber aber auch Ideen für Shuttle-Verbindungen und mögliche Park-&-Ride-Standorte.
„Die Zielgruppe für den Familypark sind Familien. Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, führt oft Hilfsmittel mit – vom Kinderwagen bis zur Wickeltasche. Das Potenzial zur Verlagerung auf andere Verkehrsmittel ist beschränkt. Trotzdem müssen Alternativen erarbeitet werden“, mahnt Dorner.
Im Familypark tut man das bereits: „Wir prüfen gerade mit Fachleuten verschiedene Lösungsansätze, um den Verkehrsfluss zwischen Kreisverkehr und unseren Parkflächen zu verbessern. Sobald ein Konzept vorliegt, werden wir darüber informieren.“
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