Trotz leerer Kassen

Bregenzer SPÖ-Stadtrat will Metro-Kino kaufen

Vorarlberg
16.01.2026 16:35
Porträt von Vorarlberg-Krone
Von Vorarlberg-Krone

Mit dem Vorschlag, dass die Stadt Bregenz das Metro-Kino erwerben und betreiben soll, hat sich SPÖ-Stadtrat Reinhold Einwallner nicht nur Freunde gemacht. Angesichts der maroden Stadtfinanzen herrscht bei Neos-Stadtvertreter Michael Sagmeister Kopfschütteln. 

„Ich frage mich wirklich, in welcher Parallelwelt der SPÖ-Stadtrat Reinhold Einwallner und die SPÖ Bregenz leben. Während die Landeshauptstadt finanziell vor dem Abgrund steht, fantasiert man öffentlich über den Ankauf und den Betrieb eines Kinos und dessen Umbau durch die hoch verschuldete Stadt Bregenz. Das ist realitätsfremd und verantwortungslos“, ärgert sich Sagmeister.

Michael Sagmeister (Neos) ist Mitglied der Bregenzer Stadtvertretung.
Michael Sagmeister (Neos) ist Mitglied der Bregenzer Stadtvertretung.(Bild: NEOS)

Bregenz stecke mitten in der Haushaltskonsolidierung mit harten Einschnitten für Bürgerinnen und Bürger, Vereine und den städtischen Leistungen. Gleichzeitig würden sich hunderte Millionen Euro Schulden, das Stadtkonto sei im Minus. Ausgerechnet in dieser Situation denke die SPÖ laut über neue Prestigeprojekte nach, die auch noch von der Stadt betrieben werden sollen. „Wer so handelt, zeigt entweder, dass er den Ernst der Lage nicht verstanden hat, oder dass ihm die Haushaltskonsolidierung egal ist.“ 

„Ankauf, Renovierung und Betrieb nicht leistbar“
Sollte über in der Stadtvertretung über das Projekt abgestimmt werden, will  Sagmeister dieses auf keinen Fall mittragen. „Die Landeshauptstadt Bregenz kann sich den Ankauf eines Kinos, dessen Renovierung und den Ausbau zu einem Kultur- und Veranstaltungszentrum nicht leisten. Bisherige Betreiber haben diesen Standort auch nicht ohne Grund aufgegeben“, argumentiert er.

Zudem verweist er darauf, dass SPÖ, ÖVP und Grüne erst ein Hallenbad um 85 Millionen Euro errichtet hätten. Damit sei die Stadt auf Jahrzehnte finanziell belastet. Weitere Großprojekte seien unter diesen Voraussetzungen sehr lange nicht mehr finanzierbar. Gleichzeitig werde in der Stadt von der Verlegung einer Straße, dem Neubau eines Bahnhofs oder der Entwicklung eines gesamten Quartiers „Bregenz Mitte“ geträumt. Mit welchem Geld dies alles bezahlt werden soll, bleibe völlig offen. 

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