An Ämtern und Posten gibt es für ÖVPler in der Donaustadt zwar nicht viel zu holen. Dennoch tobt hinter den Kulissen gerade hier ein Machtkampf, der sich negativ auf die gesamten Stadt-Schwarzen auswirken könnte, befürchtet ein Parteigrande.
Nach dem Debakel bei der Wien-Wahl sieht die Stadt-ÖVP auch heute in Umfragen keine Trendumkehr. Im Gegenteil. Der Pfeil zeigt eher nach unten. Der neue Partei-Chef Markus Figl möchte die Organisation von Grund auf neu aufstellen.
Da grätscht ein Streit in der Donaustadt hinein, der dem Obmann nicht gelegen kommen kann. Es geht um die Nachfolgeregelung von Gudrun Kugler als Obfrau im 22. Bezirk, die sich diesen Frühling entscheiden soll.
Ungewöhnliche Mitgliederschwemme
Donaustädter Mandatare beklagen in Briefen eine geplante „feindliche Übernahme“ durch Gemeinderätin Caroline Hungerländer und drohen mit Parteiaustritt bzw. Abspaltung. Die sendungsbewusste Landtagsabgeordnete soll über die Arbeitnehmervertretung ÖAAB reihenweise neue Mitglieder aus anderen Bezirken in der Donaustadt angemeldet haben. Loyale Leute, die sich dann wählen.
Der ÖAAB bestätigt der „Krone“ eine außergewöhnlich hohe Zahl an Neuanmeldungen im Spätherbst des Vorjahres, kann aber über deren Motivation nichts sagen.
Dass Neumitglieder, wie behauptet, sogar ohne deren Wissen rekrutiert worden sind, weist Hungerländer, die laut Vorwurf ihr Mandat damit absichern will, vehement zurück: „Alle neuen Mitglieder wurden standardmäßig überprüft und es gab keine Beanstandungen. Wie eine Person ohne ihr Wissen angeworben werden sollte, ist mir nicht ersichtlich, da das Mitgliedsformular von den Beitrittsinteressierten persönlich ausgefüllt wird.“
Viele Donaustädter Schwarze wollen lieber von jemandem aus den eigenen Reihen angeführt werden. Immer wieder wird der Name der aktuellen Klubchefin Michaela Löff genannt. Möchte sie überhaupt übernehmen? Löff sagt zur „Krone“, dass sie sich zu internen Sachverhalten nicht äußern möchte. „Ich bitte um Verständnis.“
Mehrere hitzige Sitzungen in den Bezirksparteigremien in dieser Sache sind ergebnislos abgebrochen worden. Ein Parteigrande befürchtet, dass bei Eskalation die gesamte Stadt-Partei Schaden nehmen könnte und hofft ein klärendes Einschreiten von Markus Figl.
Ein Kompromiss könnte sein, dass Gudrun Kugler um ein Jahr verlängert. Damit wäre das grundsätzliche Problem aber nicht gelöst, sondern nur aufgeschoben.
Willkommen in unserer Community! Eingehende Beiträge werden geprüft und anschließend veröffentlicht. Bitte achten Sie auf Einhaltung unserer Netiquette und AGB. Für ausführliche Diskussionen steht Ihnen ebenso das krone.at-Forum zur Verfügung. Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.