Helmut Deutsch ist 80

Klingende Weisheit aus der Heimat hinter den Noten

Kultur
13.01.2026 11:53

Tenor Jonas Kaufmann widmete seinem langjährigen Begleiter Helmut Deutsch im Wiener Konzerthaus einen Liederabend zu dessen 80. Geburtstag. Am Klavier saß Deutsch selbst und schöpfte aus dem emotionalen Reichtum eines langen und erfüllten Musikerlebens.

Sein Spiel ist ohne jede Eile. Es ist getragen von der emotionalen Weisheit eines langen Musikerlebens. Reduziert auf das Wesentliche, wach und klar, frei von jeder Eitelkeit. Helmut Deutsch eilt den Noten nicht jugendlich ungestüm entgegen. Er weiß um jede Phrase, hat in dieser Musik längst seine Heimat. Sein Debüt im Wiener Konzerthaus gab der Pianist vor 60 Jahren, nun feierte er seinen 80. Geburtstag – wie es einem Musiker gebührt, spielend auf der Bühne.

Das Lied war schon früh das liebste Genre des Pianisten. In seiner langen Karriere hat er unzählige namhafte Sänger darin unterrichtet, sie zum Lied verführt und auf den internationalen Konzertbühnen begleitet. „Es ist eine Kunstform, der ich verfallen bin – dank Helmut Deutsch“, gesteht auch Tenor Jonas Kaufmann am Ende des gemeinsamen Konzertes am Montag im Wiener Konzerthaus. Dass die beiden Musiker bereits seit Kaufmanns Studientagen in den 1990er Jahren miteinander musizieren, merkt man am musikalischen Selbstverständnis – und an der Herzlichkeit zwischen ihnen.

Aus dem gestalterischen Reichtum einer langen Karriere schöpfte an diesem Abend auch Tenor Jonas Kaufmann – auch wenn er einige Zeit brauchte, um sich frei zu singen. Bei Robert Schumanns „Dichterliebe“ kämpfte er mit der Höhe und den Übergängen. Erst im Finale des Heine-Zyklus fand er zu einer ausdrucksvollen Zurückgenommenheit. Wesentlich mehr kamen Kaufmann die Liszt-Stücke im zweiten Teil entgegen. Die italienischsprachigen Petrarca-Sonette mit ihrem opernhaften Gestus lagen ihm deutlich mehr,  ebenso die lyrischen „Glocken von Mayerling“ oder die dramatische Ballade der „Loreley“.

Nicht zuletzt die klare Zärtlichkeit, mit der die beiden Musiker Schumanns „Mondnacht“ in den Zugaben begegneten, machte den Abend zu einer innigen Feierstunde für ein Leben im Dienste der Liedkunst.

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