50. Todestag

Krimi-Queen Agatha Christie: Ihr Hobby war Mord!

Kultur
12.01.2026 12:35

Der Welt erfolgreichste Krimiautorin Agatha Christie erfand die legendäre Miss Marple und den belgischen Detektiv Hercule Poirot. Die „Queen of Crime“ starb am 12. Jänner vor 50 Jahren.

„Seit Lucrezia Borgia bin ich die Frau, die am meisten Menschen umgebracht hat – allerdings mit der Schreibmaschine“, ätzte einmal Agatha Christie, der Welt erfolgreichste Autorin, gegen alle, die sich von ihren Krimis gern inspirieren ließen – wie Filmstar Angela Lansbury, die ebenfalls „Mord zu ihrem Hobby“ machte.

Dame Agatha war bekannt für zynische Sprüche. Etwa: „Man hat meist mehr Freunde, als man befürchtet“, oder: „Nichts ist beglückender, als den Menschen zu finden, den man den Rest des Lebens ärgern kann.“

Verfilmt: „Mord im Spiegel“ mit Elizabeth Taylor, Rock Hudson, Kim Novak (1980), Regie: Guy ...
Verfilmt: „Mord im Spiegel“ mit Elizabeth Taylor, Rock Hudson, Kim Novak (1980), Regie: Guy Hamilton.(Bild: APA-Images / dpa / picture alliance)

Agatha Christie hat ihr Geheimnis nie gelüftet 
Und doch war sie introvertiert, scheu, fromm. Und enorm fleißig: „Die beste Zeit, sich Geschichten auszudenken, ist während des Geschirrspülens“, war sie sich sicher. Im konservativen viktorianischen Denken verwurzelt, aber voll Unternehmergeist, hütete sie gern Geheimnisse: 1926 verschwand sie plötzlich. Unfall, Mord, Liebestod, orakelten Polizei und Reporter. Glückstrahlend tauchte sie nach elf Tagen auf. Ihr Geheimnis hat sie nie gelüftet.

1890, im „Golden Age of Detective Fiction“ an Englands Südküste in Torquay geboren, war sie anfangs erfolglos. Bis ihr 1920 mit der Erfindung des „Superdetektivs mit den kleinen grauen Zellen“, Hercule Poirot, ein Coup gelang, den sie ab 1927 mit dem Auftritt der rasch zur Krimi-Ikone gewordenen Miss Marple im Roman „Mord im Pfarrhaus“ noch toppte. 1931 entstand der erste Poirot-Film „Alibi“, 1961 der erste Miss-Marple-Streifen „16 Uhr 50 ab Paddington“ – mit Margaret Rutherford.

  • 2 Milliarden verkauft
    Agatha Christie hält den Weltrekord an verkauften Büchern. Die Weltauflage ihrer 86 Krimis, 150 Kurzgeschichten und 30 Theaterstücke beträgt rund 2 Milliarden.
  • 11 Tage vermisst 
    Ein Unfall, Mord? „Agatha Christie verschwunden!“, melden 1926 die Zeitungen. Ihr Wagen wurde im Graben gefunden! 11 Tage lang suchte die Polizei. Vergeblich. Sie hat dieses Geheimnis nie gelüftet.
  • 91 Millionen verdient
    Vor ihrem Tod 1976 verkaufte Dame Agatha ca. 300 Millionen Bücher und nahm umgerechnet 91 Millionen Dollar ein (78,2 Mio. €). Ihr Jahreseinkommen betrug 400.000 US-Dollar.

Wenn sich die „Mistress of Murder“ auch mehr fürs Gärtnern interessierte als für Film & TV, scheffelte sie mit Verfilmungen Millionen. Weltstars von Liz Taylor, Bette Davis und Rex Harrison bis David Suchet machten diese Streifen zu Ikonen. Und von ihren 30 Theaterstücken wird „Die Mausefalle“ im Londoner St. Martin’s Theatre seit 1952 täglich gespielt. 1971 erhob Elizabeth II. Agatha in den Adelsstand.

Abenteuer, Archäologie und ein zweiter Ehemann
Nach ihrer Scheidung vom ersten Gatten 1928 suchte sie Abenteuer. Frankreich, Karibik, Ägypten, Syrien, der Irak faszinierten sie. Dort lernte sie 1930 den Archäologen Sir Max Mallowan, ihren zweiten Mann, kennen, dessen Ausgrabungen in Nimrud in Mesopotamien sie mitfinanzierte. Krimis wie „Tod in Mesopotamien“ und „Tod auf dem Nil“ spielten die Kosten ein. Um 1970 stellte man Demenz fest. Lady Agatha starb am 12. Jänner 1976 im Alter von 85 Jahren.

Dank BBC Maestro ist sie online zurückgekehrt: Mithilfe von KI & Deepfake-Technik erfährt man aus dem Mund der „Queen of Crime“, wie man Krimis schreibt.

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