Pro Reparatur

Neue Förderung bringt jetzt bis zu 130 Euro

Wirtschaft
12.01.2026 22:40

Für die Reparatur eines kaputten Elektro-Haushaltsgeräts oder Akku-Werkzeugs gibt es ab sofort wieder eine Förderung vom Staat: Der Zuschuss beträgt 50 Prozent der Kosten, höchstens aber 130 Euro. Für Smartphones sowie Fahrräder gibt es hingegen keinen Zuschuss mehr. 

Im Prinzip ist das die Neuauflage des 2022 eingeführten und dann Mitte 2023 abrupt wieder gestrichenen Reparaturbonus. Er heißt nun Geräte-Retter-Prämie, das Ziel bleibt gleich: Konsumentinnen und Konsumenten können defekte Elektro- und Elektronikgeräte im Haushalt wieder kostengünstig reparieren lassen, statt sie wegzuwerfen. Das verringert den Elektroschrott und schont wertvolle Ressourcen. Umweltminister Norbert Totschnig betont: „Mit dem Start der Geräte-Retter-Prämie machen wir Reparieren wieder besonders attraktiv. Reparieren statt Wegwerfen ist vernünftig, spart Geld und reduziert CO₂-Emissionen.“

Bereits jetzt ist das Interesse groß: Rund 1500 Reparaturbetriebe stehen als Partner zur Verfügung. Damit ist österreichweit ein dichtes Netz an qualifizierten Reparaturbetrieben gesichert.

Was wird gefördert?
Gefördert werden Reparatur, Service und Wartung jener Geräte, die im Haushalt am häufigsten benötigt werden und gleichzeitig viel Material binden. Dazu zählen insbesondere Waschmaschinen, Kühlgeräte, Geschirrspüler,  Kaffeemaschinen, Staubsauger oder auch Werkzeuge wie Akkuschrauber. Außerdem wird die Reparatur von Geräten für die Krankenpflege, wie z. B.  Rollstühle, Pflegebetten, Beatmungsgeräte und Blutdruckmessgeräte unterstützt.

Für Handy, Laptop und Tablet gibt es anders als früher nun kein Geld vom Staat mehr. Sie machten zwar ursprünglich den Großteil der Förderanträge aus, es kam dabei aber immer wieder zu Missbrauch bis zu Betrügereien. Auch die später in die Aktion einbezogenen Fahrräder bleiben diesmal draußen, weil die Kosten für die Konsumenten ohnehin verkraftbar sind, heißt es.

Wie viel wird gefördert?
Der Fördersatz beträgt 50 Prozent der Reparaturkosten, maximal 130 Euro. Wichtig: Auch Kostenvoranschläge werden mit bis zu 30 Euro unterstützt. Lässt man dann das Gerät wieder instand setzen, so werden für die eigentliche Reparatur dann nur mehr die restlichen 100 Euro zugeschossen.

Wie bekomme ich den Zuschuss?
Die Abwicklung der Geräte-Retter-Prämie erfolgt nur im Internet über www.geräte-retter-prämie.at, die einzige offizielle Plattform zur Förderung. Seit 12. Jänner 2026 können Konsumentinnen und Konsumenten ihren Geräte-Retter-Bon auf der Website einfach online beantragen. Nach Eingabe der persönlichen Daten und der Bankverbindung wird der Bon per E-Mail übermittelt und kann digital oder ausgedruckt bei einem Partnerbetrieb eingelöst werden.

Alle Partnerbetriebe sind auf der Website veröffentlicht und können in einem bestimmten Umkreis gesucht werden. Der Bon ist drei Wochen gültig. Wichtig: Man kann nach der Abwicklung des ersten Bons dann auch jeweils einen neuen für ein weiteres Gerät anfordern, pro Person kann man sich somit viele Reparaturzuschüsse holen.

Wie löst man den Bon ein?
Mit dem Bon geht man zum gewählten Servicebetrieb. Dort zahlt man jedoch vorerst die gesamte Rechnung! Der Betrieb reicht dann den Bon ein, der Konsument erhält also den Förderbetrag erst nachträglich auf sein am Antrag angegebenes Bankkonto refundiert.

Mario Fasching, Chef des Reparaturanbieters Eseco: „Wichtig ist, dass die Förderung nun ...
Mario Fasching, Chef des Reparaturanbieters Eseco: „Wichtig ist, dass die Förderung nun langfristig erfolgt.“(Bild: MICHAEL SCHNABL)

Die Reparaturbranche sieht die neue Förderung grundsätzlich erfreut. Mario Fasching, Geschäftsführer des Reparaturnetzwerks Eseco, erwartet nun einen Nachfrageboom: „Mit Auslaufen des alten Boni sind die Reparaturen teilweise um 20 bis 30 Prozent eingebrochen, viele haben zugewartet, bis eine neue Aktion kommt. Das dürfte sich nun normalisieren.“ Kritisch sieht er allerdings, dass es weiterhin keine Qualitätskontrolle für die teilnehmenden Servicefirmen gibt, manche hätten gar nicht das geschulte Personal für Instandsetzungen. „Bei einer Waschmaschine etwa muss man nachher ein elektrotechnisches Gutachten machen. Das überprüft aber keiner.“ 

Die Förderhöhe sei an sich in Ordnung, meint der Experte. Laut einer deutschen Umfrage würden österreichische Konsumenten Reparaturkosten von 19 Prozent des Neupreises akzeptieren, bevor sie lieber gleich ein Neugerät kaufen. Mehr als 60 Prozent finden Reparaturen allerdings grundsätzlich zu teuer, auch mit Staatszuschuss.

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