Tagelange Gefechte

Hunderte kurdische Kämpfer in Aleppo festgenommen

Ausland
11.01.2026 10:44

Tagelang haben sich syrische Regierungstruppen und kurdische Kämpfer in Aleppo Gefechte geliefert. Nun scheint es eine Wende zu geben: Laut Angaben des Innenministeriums sind mehr als 400 Kämpfer aus der Stadt gebracht und 300 weitere Kurden festgenommen worden. Von kurdischer Seite wird dies dementiert, demnach seien lediglich Zivilisten betroffen.

419 kurdische Kämpfer, darunter 59 Verletzte, seien aus dem letzten kurdisch kontrollierten Stadtteil Sheikh Maqsoud, in dem sie sich verschanzt hatten, in die autonome kurdische Zone im Nordosten gebracht worden, teilte ein Vertreter des Innenministeriums am Sonntag der Nachrichtenagentur AFP mit.

300 Kurden, darunter Mitglieder der kurdischen Sicherheitskräfte, seien zudem festgenommen worden, erklärte der Vertreter weiter. Wie ein AFP-Korrespondent berichtete, brachten in der Nacht auf Sonntag Busse unter Bewachung von Regierungstruppen Männer aus Sheikh Maqsoud.

Einsatz in letzter kurdischer Hochburg beendet
Zuvor hatte die syrische Armee ihren Einsatz in der letzten kurdischen Hochburg Aleppos für beendet erklärt. Truppen der islamistischen Übergangsregierung in Damaskus und kurdische Kämpfer lieferten sich seit Dienstag Gefechte in Aleppo. Beide Seiten gaben sich gegenseitig die Schuld an der Gewalteskalation, bei der mehr als 20 Menschen getötet wurden. Nach Angaben von Gouverneur Assam al-Gharib flohen bis Samstag rund 155.000 Bewohner der betroffenen, überwiegend kurdischen Viertel Sheikh Maqsoud und Ashrafiyah in andere Stadtteile oder aufs Land.

Seit dem Sturz des syrischen Langzeit-Machthabers Bashar al-Assad im Dezember 2024 wird das im Nordwesten des Landes gelegene Aleppo weitgehend von der neuen Übergangsregierung kontrolliert. Nur Sheikh Maqsoud und Ashrafiyah standen zuletzt noch unter der Kontrolle kurdischer Einheiten.

Abkommen aus März nicht umgesetzt
Gemäß einem im März geschlossenen Abkommen sollten die zivilen und militärischen Institutionen der Kurden eigentlich bis zum Jahresende 2025 in die syrische Zentralregierung und Armee integriert werden. Zudem hatten die kurdischen Kämpfer zugestimmt, sich aus den beiden Stadtvierteln in Aleppo zurückzuziehen. Beides wurde jedoch wegen Meinungsverschiedenheiten nicht umgesetzt.

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