Laut und zu gefährlich

Genug geknallt: Über 130.000 fordern Böller-Verbot

Wien
07.01.2026 14:10

Nach Silvester ist vor Silvester – schon über 130.000 Menschen fordern via Petition ein Böller- und Raketenverbot für Private. Im Innenministerium setzt man (noch) auf Eigenverantwortung.

Am Abend des 2. Jänner verlor eine Familie aus Langenrohr (NÖ) ihr Hab und Gut – eine Rakete setzte ihr Haus in Brand. Tags darauf fand ein Zehnjähriger in Wien einen Böller. Als er ihn zündete, verlor er mehrere Fingerglieder. Ebenso dürfte es eine Rakete gewesen sein, die in der Silvesternacht in Traun (OÖ) einen Gebäudekomplex in Brand gesteckt hatte.

Es ist eine Liste an Bränden und Verletzungen, die sich beliebig fortsetzen ließe. Jahr für Jahr erwischt es zu viele, ohne dass sie etwas dafür können. Und seit Jahren läuft die Diskussion, ob man private Böllerei verbieten sollte.

Sie machen Mist, verstören unsere Haustiere und sorgen Jahr für Jahr für zu viele Verletzungen: ...
Sie machen Mist, verstören unsere Haustiere und sorgen Jahr für Jahr für zu viele Verletzungen: Monsterböller und Raketen.(Bild: TEAM FOTOKERSCHI / WERNER KERSCHBAUMMAYR)

Druck auf Politik wegen Böller steigt
Eigene Verantwortung, meinen die Raketenfans. Reicht nicht, sagt die Organisation #aufstehn. In einer Petition fordern sie Innenminister Gerhard Karner (und die gesamte Politik) auf, private Pyrotechnik ab Kategorie F2 zu verbieten. Die Knallerei schade Mensch, Tier und Umwelt, heißt es. Karner müsse eine „österreichweite Lösung finden, anstatt auf den Flickenteppich regionaler Verbote zu setzen“. Nicht wenigen sprechen die Initiatoren offenbar aus der Seele – mit Stand Mittwochnachmittag hatten schon mehr als 130.000 Menschen unterschrieben.

Geht es nach den Initiatoren der Petition, soll es ein Aus für die private Kracherei geben.
Geht es nach den Initiatoren der Petition, soll es ein Aus für die private Kracherei geben.(Bild: Photographer: Malte Reiter)

Zur Einordnung: Erlaubt wäre nach dem Verbot nur F1, also Kleinstfeuerwerk wie Fontänen und Knallerbsen. Kategorie 2 (klassische Raketen) würden verboten, für die Kategorien F3 und F4 benötigt man auch bisher die behördliche Bewilligung.

900 Anzeigen allein in der Silvesternacht
Die Polizei stellte in der Silvesternacht 2800 Gegenstände sicher, erstattete 900 Anzeigen. Im Innenministerium verweist man auf Eigenverantwortung und die bestehenden Gesetze – nur Verbote allein seien nicht zielführend. Wohl auch, weil ein nicht unbedeutender Wirtschaftszweig hinter der Kracherei steckt.

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