Altbackenes Denken

Stadtseilbahn statt Beton und Tunnelsystem

Vorarlberg
05.01.2026 17:06

Gegner des Feldkircher Stadttunnels und Neos-Chefin Claudia Gamon üben heftige Kritik an der Verkehrspolitik der schwarz-blauen Landesregierung. Sie wünschen sich 2026 innovativere Verkehrslösungen.

Neues Jahr, neuer Appell an die Landesregierung: In finanziell schwierigen Zeiten fordern Vertreter der Initiativen „Mobilitätswende – jetzt“, „transform“, „GroßEltern für EnkelKinder“, „Klimaschutz – Erspart uns die Tunnelspinne“ sowie des Vereins für Bodenfreiheit und des Alpenschutzvereins ein Umdenken beim Bau des Feldkircher Stadttunnels. „Sparbudgets sind unumgänglich. Gespart wird vor allem bei denjenigen, die sich nicht wehren können. Leistungen für Kinder, sozial Benachteiligte, Kranke, Beeinträchtigte werden gekürzt“, heißt es in einem gemeinsamen Schreiben. Geld im Übermaß gebe es nur für Bauten aus Beton. Die Tunnelspinne Feldkirch solle nach dem Willen der Landesregierung trotz extremer Verschuldung gebaut werden, allerdings würden Planänderungen in Aussicht gestellt.

Der Bau des Stadttunnels ist nach wie vor umstritten.
Der Bau des Stadttunnels ist nach wie vor umstritten.(Bild: Mathis Fotografie)

„Wie viel an Einsparung diese Änderungen bringen sollen, wird vom zuständigen Landesrat nicht bekannt gegeben“, kritisieren die Gegner. Enormes Einsparungspotenzial hätte aus ihrer Sicht aber eine „abgespeckte Altstadtvariante“. Diese würde eine nahezu gleichwertige Entlastung für Feldkirch bringen. Unterm Strich könnten hunderte Millionen Euro beim Bau und auch später bei den Betriebs- und Erhaltungskosten eingespart werden.

Viel Lob hingegen gab es für die Bauherrn der Pariser Stadtseilbahn, die jüngst durch das Vorarlberger Seilbahnunternehmen Doppelmayr umgesetzt wurde. Das „Leuchtturmprojekt für ganz Europa“ sei prestigeträchtig und zukunftsweisend, klimafreundlich und umweltschonend. „Ein altbackenes Stadttunnelsystem, welches enorme Kosten und Umweltschäden verursacht, wird niemals ein Leuchtturmprojekt sein“, ärgerten sich die Tunnelgegner. Den politischen Willen, fit für die Herausforderungen der nächsten Jahrzehnte zu werden, würden sie schmerzlich vermissen.

Ungelöste Probleme auch im Unterland
Ähnlich sieht dies offenbar Neos-Chefin Claudia Gamon, die sich ebenfalls für alternative Verkehrslösungen wie urbane Seilbahnen ausspricht „Während andere Regionen und Städte, wie etwa Luzern mutig umsetzen, schläft die Landesregierung weiter“. Während ÖVP und FPÖ weiterhin mit dem Milliardenprojekt Tunnelspinne tagtäglich auf Probleme und Rückschläge stoßen würden und in Dornbirn-Nord ernsthaft einen Kreisverkehr durch eine Kreuzung ersetzen wollten, bleibe eine echte Entlastung aus. „Das sind verkehrspolitische Rückschritte, keine Lösungen.“

Claudia Gamon.
Claudia Gamon.(Bild: Mathis Fotografie)

Die Vorarlberger würden sich mehrheitlich für innovative Systeme wie Seilbahnen oder vergleichbare Lösungen aussprechen, die meisten hielten eine urbane Seilbahn zumindest auf bestimmten Korridoren für sinnvoll. „Ein Pilotprojekt für alternative Verkehrslösungen, echte Bürgerbeteiligung und ein modernes Gesamtverkehrskonzept – das ist längst überfällig.“

Porträt von Vorarlberg-Krone
Vorarlberg-Krone
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