2025 gab es keinen Eiswein, heuer ist es wieder so weit. In der Nacht von Sonntag auf Montag wurde in einigen Lagen im Burgenland bereits gelesen. In Mönchhof und Illmitz rückten Winzer zwischen -7 und -8,5 Grad aus, um die süße Delikatesse zu ernten.
Eisweine werden immer seltener, weil die Winter immer milder werden. Der süße Tropfen kann aber nur hergestellt werden, wenn die Trauben auf den Rebstöcken komplett durchfrieren – also bei mindestens -7 Grad. Erst dann kann gelesen werden, die Trauben werden noch in gefrorenem Zustand gepresst. Das macht den Most hochkonzentriert, denn das gefrorene Wasser bleibt in den Trauben zurück.
Für Eiswein müssen die gefrorenen Trauben ein Mindest-Mostgewicht von 25 KMW haben. Eiswein zeichnet sich durch eine dichte Konzentration der Beeren-Inhaltsstoffe, intensive Fruchtigkeit und einen vergleichsweise hohen Säuregrad aus. Der Alkoholgehalt ist im Vergleich zu anderen Weinen eher gering. Auch in allerbesten Jahren ist die Ausbeute bescheiden, da ein Großteil des Wassers in den gefrorenen Trauben zurückbleibt. Nur etwa 10 Prozent der ursprünglichen Ausgangsmenge kann im langjährigen Mittel an Eiswein gewonnen werden. Aufgrund dieser geringen Ausbeute, der Gewinnungsart, dem Risiko und des damit verbundenen hohen Aufwandes zählen Eisweine zu den eher teuren, aber qualitativ hochwertigsten Weinen mit entsprechendem hohen Preis-Leistungs-Verhältnis.
In der Nacht von 4. auf 5. Jänner war es in einigen Lagen im Bezirk Neusiedl am See so weit: Es hatte zwischen -7 und -8,5 Grad. In Illmitz rückten etwa Helmut Lang und Gerhard Haider aus, um ihre Trauben zu ernten. „Wir haben Goldmuskateller gelesen“, schildert Helmut Lang. Der Most hat 28 Klosterneuburger Mostwaage (KMW). Losgefahren sind wir um fünf Uhr früh. Eisweinlese bedeutet eben Nachtschicht“, schmunzelt der Winzer.
Weinbauer Gerhard Haider war bereits um 4 Uhr 30 früh bei rund 8,5 Grad Minus mit 13 kälteresistenten Leuten im Weingarten. Die Trauben des Grünen Veltliners wurden händisch gelesen, der Zweigelt mit der Maschine von den Rebstöcken gerüttelt.
Schon der Vater produzierte Eiswein. 2023 gab es bei den Haiders aber das letzte Mal die eiskalte Rarität. „2024 wurde nichts hängen gelassen. Heuer haben wir es wieder probiert – mit Erfolg.“
In Mönchhof machte sich Julius Hafner auf, um seinen Furmint zu lesen. Hafner zeigt sich hochzufrieden: „Die Qualität ist heuer hervorragend – das Wetter hat perfekt mitgespielt. Wir freuen uns schon jetzt auf den diesjährigen Eisweinjahrgang.“
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