Chaos in Berlin

Blackout-Betroffene haben zu wenige Schlafplätze

Ausland
04.01.2026 17:05
Porträt von krone.at
Von krone.at

Nach dem großflächigen Stromausfall in Berlin nimmt die Überforderung in den Bezirken zu (siehe Video oben). Da die Wohnungen und Häuser immer stärker auskühlen, machen sich die Menschen auf den Weg zu den Anlaufstellen. Die bisherige Zahl reiche nicht aus, sagte Bürgermeisterin Maren Schellenberg (Grüne).

Es gebe derzeit auch zu wenige Schlafplätze für die Blackout-Betroffenen. Im Rathaus würden die bereitgestellten Kapazitäten ebenfalls nicht mehr lange ausreichen, dem Stromnetz drohe die Überlastung, sagte die Bürgermeisterin aus Steglitz-Zehlendorf zur Berliner Zeitung „Tagesspiegel“. „Wir kriegen langsam ein Stromproblem, einfach, weil die Wasserkocher unheimlich viel Strom wegnehmen und unser Netz nicht mehr das neueste ist.“ Im Rathaus können Menschen, die vom Stromausfall betroffen sind, auch ihre elektrischen Geräte wie Handys und Powerbanks aufladen. Insgesamt richteten die Behörden zunächst drei Notunterkünfte ein.

Man versuche gerade, Unterstützung aus anderen Bezirken zu erhalten, sagte die Bürgermeisterin weiter. Auf Zetteln bieten bereits Menschen, die nicht vom Blackout betroffen sind, Schlafplätze an, teils sogar ganze Wohnungen. Andere erklärten sich bereit, warme Mahlzeiten zu kochen oder Fahrdienste zu übernehmen. Auch die deutsche Bundeswehr soll beim Aufbau von Suppenküchen und der sonstigen Versorgung von Bewohnerinnen und Bewohnern helfen.

Menschen aus anderen Bezirken nehmen Betroffene auf.
Menschen aus anderen Bezirken nehmen Betroffene auf.(Bild: EPA/FILIP SINGER)
Auch die Polizei ist im Einsatz, um zu helfen.
Auch die Polizei ist im Einsatz, um zu helfen.(Bild: EPA/FILIP SINGER)
Die Stromversorgung soll erst am Donnerstagnachmittag wieder für alle hergestellt sein.
Die Stromversorgung soll erst am Donnerstagnachmittag wieder für alle hergestellt sein.(Bild: AP/Michael Sohn)

Großschadenslage ausgerufen
Innensenatorin Iris Springer hat am Sonntagnachmittag die Großschadenslage ausgerufen. Damit können sowohl die Bundeswehr als auch die Bundespolizei und Hilfsorganisationen leichter zur Unterstützung herangezogen werden. In dem betroffenen Gebiet liegen auch Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Gesundheitssenatorin Ina Czyborra sagte, dass die Krankenhäuser am Sonntag wieder überwiegend am Netz seien, verlegt werden musste demnach niemand.

Wie deutsche Medien berichteten, bleiben 19 Schulen im Berliner Südwesten bis Mittwoch geschlossen. Eine Notbetreuung wurde aber installiert, sie richtet sich an „Schülerinnen und Schüler mit dringendem Betreuungsbedarf“ und ist zum Teil an anderen Standorten als der Unterricht sonst. Kinder, die aktuell in anderen Berliner Bezirken nächtigen, können vorübergehend dort betreut werden.

Hier sehen Sie das Posting der Senatorin:

Anschlag von Linksextremisten verübt
Wie berichtet, hat sich die linksextremistische Vulkangruppe zu dem Anschlag auf das Stromnetz in Teilen Berlins bekannt. „Stromausfälle waren nicht Ziel der Aktion, sondern die fossile Energiewirtschaft. Bei den weniger wohlhabenden Menschen in dem Südwesten Berlins entschuldigen wir uns. Bei den vielen Besitzern von Villen in diesen Stadtteilen hält sich unser Mitleid in Grenzen“, heißt es in dem Schreiben, das der deutschen „Bild“ vorliegt. Die Tat sei „gemeinwohlorientiert“ und „gesellschaftlich sinnvoll“. Die Vulkangruppe rief auch schon zur weiteren Sabotage von Strom- und Energieanlagen auf.

Der Anschlag sorgt seit Samstagfrüh für einen großflächigen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Firmen wieder angeschlossen werden. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkundinnen und Stromkunden wieder versorgt werden, teilte der Betreiber mit. Direkt unter den Brandsätzen wurden Kabel platziert. „Die Kraft, mit der eine kontinuierliche Hitzeentwicklung und ein kontinuierlicher Brand erfolgt sind, war größer als die Kraft, die eine Kugelbombe hätte auslösen können. Eine Kugelbombe hätte unseren Leitungen, so wie sie gesichert sind, nichts anhaben können“, sagte Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey.

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