Kreator zählen zu den einflussreichsten Thrash-Metal-Bands. Seit 1982 (damals noch als Tyrant) ist die deutsche Formation um die Gründungsmitglieder Miland „Mille“ Petrozza (Gesang, Gitarre) und Jürgen „Ventor“ Reil (Drums) aktiv. Mit dem neuen Album „Krushers Of The World“ (ab 16. Jänner im Handel) setzen Kreator einen kreativen wie erfolgreichen Lauf der vergangenen Jahre fort: So lebendig, vielseitig und trotzdem Traditionen verpflichtet kann das Genre klingen.
Das Cover-Artwork ziert ein okkultes Gemälde von Zbigniew Bielak mit Referenzen an frühere Kreator-Alben. Die Songs haben Titel wie „Satanic Anarchy“ und „Deathscream“. „Man muss das alles auch mit Humor sehen“, hatte „Mille“ Petrozza heuer im Gespräch mit der APA anlässlich des Erscheinens seiner Biografie über ähnlich brutal anmutende Kreator-Albumtitel wie „Pleasure To Kill“ oder „Hate über alles“ gesagt. „Es ist ironisch, überspitzt, eine absolute Übertreibung der realen Verhältnisse. Das ist pure Fantasie zum größten Teil.“
Dystopische Szenarien und philosophische Gedanken
Doch auch wenn auf „Krushers Of The World“ der Musiker seinen Horror-Vorlieben huldigt – wie etwa dem Kultfilm „Suspiria“ von Dario Argento mit dem Song „Tränenpalast“ (mit Britta Görtz von der deutschen Melodic Death Metal-Formation Hiraes als Gaststimme) – hat Petrozza auch aktuelle gesellschaftspolitische Themen verarbeitet. Oft zeichnet er mit den Texten dystopische Szenarien und stellt ihnen philosophische Gedanken gegenüber. Im Interview mit dem Magazin „Metal Hammer“ sagte er: „Wir sind hier, lasst uns eine gute Zeit haben und uns nicht von all dem Hass um uns herum vergiften – aber ohne zu naiv zu sein und die Augen davor zu verschließen.“
Musikalisch tischen Kreator Thrash vom Feinsten auf und untermauern ihre Titanen-Stellung in diesem Musikstil. Es gibt wütende Thrash-Kracher, bei denen es aber auch melodisch sein darf, stampfende Tracks und trotz aller Härte fast hymnische Lieder. Fallweise verstärkt dezente Orchestrierung die Atmosphäre. Riffs, Gitarrensolos und Drum-Sound sind ebenso aggressiv wie organisch und technisch versiert. Beim Opener „Seven Serpents“ (über die sieben Todsünden) sorgt ein Kirchenchor für Bombast (er kommt auch bei zwei weiteren Songs zum Einsatz).
Der Sound wird immer besser
Produziert wurde das Album von Jens Bogren in den Fascination Street Studios in Schweden. „Das Gute an ihm ist, dass man ablesen kann, wie enthusiastisch er angesichts des neuen Materials ist“, sagte Petrozza gegenüber dem „Metal Hammer“. „Wenn es ihm gefällt, wirkt er begeistert – und wenn es ihn nicht umhaut, arbeitet er so lange daran, bis es der Fall ist. Er macht die Songs besser! Diesmal war er jedoch von Anfang an sehr angetan, was ich für ein gutes Zeichen hielt.“
Kreator gehen mit ihrem 16. Studioalbum 2026 auf Tournee. Am 9. April gastiert die Band im Wiener Gasometer. Man kann durchaus von einem kleinen Festival sprechen, bringen die Deutschen doch die Grindcore/Death-Metal-Legende Carcass, die 1979 gegründeten Thrash-Veteranen Exodus und die Powerviolence-Band Nails mit. Unter www.oeticket.com gibt es noch Karten und alle weiteren Infos zum Metal-Highlight des Frühlings.
APA/Wolfgang Hauptmann
Liebe Leserin, lieber Leser,
die Kommentarfunktion steht Ihnen ab 6 Uhr wieder wie gewohnt zur Verfügung.
Mit freundlichen Grüßen
das krone.at-Team
User-Beiträge geben nicht notwendigerweise die Meinung des Betreibers/der Redaktion bzw. von Krone Multimedia (KMM) wieder. In diesem Sinne distanziert sich die Redaktion/der Betreiber von den Inhalten in diesem Diskussionsforum. KMM behält sich insbesondere vor, gegen geltendes Recht verstoßende, den guten Sitten oder der Netiquette widersprechende bzw. dem Ansehen von KMM zuwiderlaufende Beiträge zu löschen, diesbezüglichen Schadenersatz gegenüber dem betreffenden User geltend zu machen, die Nutzer-Daten zu Zwecken der Rechtsverfolgung zu verwenden und strafrechtlich relevante Beiträge zur Anzeige zu bringen (siehe auch AGB). Hier können Sie das Community-Team via unserer Melde- und Abhilfestelle kontaktieren.