Trauer um queere Ikone

Rosa von Praunheim stirbt fünf Tage nach Hochzeit!

Society International
17.12.2025 15:00
Porträt von krone.at
Von krone.at

Der deutsche Filmemacher Rosa von Praunheim ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Er galt als wichtiger Vertreter des Neuen Deutschen Films und kämpfte zeitlebens für queere Sichtbarkeit – lange bevor Regenbogenflaggen am Parlament wehten und Serien wie „Queer Eye“ liefen. 

Erst vor wenigen Tagen hatte der am 25. November 1942 in Riga geborene Film- und Theaterregisseur, Autor und Aktivist seinen langjährigen Partner geheiratet.

Will man erklären, was von Praunheim alles gemacht hat, muss man weit ausholen. Viele kennen ihn als Regisseur, beispielsweise wegen seiner Filme „Die Bettwurst“ oder „Nicht der Homosexuelle ist pervers, sondern die Situation, in der er lebt“, insgesamt brachte er es laut eigenen Angaben auf 150 Filme. Manche erinnern sich an seine glitzernden und plüschigen Kostüme oder an streitlustige Auftritte in TV-Talkshows. Bei „Talk im Turm“ sagte er vor Jahren Dinge, die heute selbstverständlich klingen: „Homosexuell zu sein, ist eine genauso gleichberechtigte Form der Sexualität.“

Praunheim verkündete gerade erst, dass er am 12. Dezember geheiratet hat:

Sprachrohr für Normalisierung von LGBTIQ+-Personen
Diskutiert wurde damals über von Praunheims wohl umstrittenste Aktion. Er hatte 1991 den TV-Koch Alfred Biolek und den Komiker Hape Kerkeling im Fernsehen geoutet. Bei „Talk im Turm“ wollte der Moderator wissen, was ihn bewogen habe, andere der Homosexualität zu bezichtigen? Von Praunheim fragte zurück, was das Wort heißen solle, das klinge so eigenartig. „Bezichtige ich Sie der Heterosexualität?“

Schon damals ließ sich beobachten, dass von Praunheim geschickt Fragen stellen konnte. In der Sendung erklärte er, es gehe ihm um Verantwortung. Gerade Leute, die in Medien präsent seien, hätten eine Verantwortung zu zeigen, dass Homosexualität eine gleichberechtigte Lebensform sei. „Wir müssen sichtbar sein.“ Andere kritisierten seine Aktion als übergriffig.

Die Frage, ob er die Aktion bereue, wurde ihm oft gestellt. „Bereuen nicht, weil sie das auch selbst nicht bereut haben“, antwortet von Praunheim einmal in einem dpa-Interview. Kerkeling und Biolek hätten selbst ein paar Jahre später gesagt, dass sie sich sehr befreit gefühlt und eine große Solidarität erlebt hätten. „Ich war der Buhmann.“

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