Zwar steigt in Vorarlberg der Bodenverbrauch Jahr um Jahr weiter an, allerdings wird dabei das Tempo zunehmend gedrosselt. Derzeit sind rund sechs Prozent der gesamten Landesfläche und rund 30 Prozent des Dauersiedlungsraumes verbaut.
Grund und Boden – bei diesem Thema schlägt das Herz eines typischen Vorarlbergers höher. Hoch gehen aber auch die Wogen, wenn darüber diskutiert wird, wer was wo bauen darf. Nicht zuletzt ist das dem Umstand geschuldet, dass Boden in Vorarlberg vor allem eines ist: knapp. Zudem noch teuer. Während die Häuslbauer – eine in Vorarlberg mittlerweile aussterbende Spezies – aufgrund der absurd hohen Grundstückspreise auf die Barrikaden gehen, schrillen auch bei den Naturschützern die Alarmglocken: zu viel Beton, zu viel Versiegelung, zu wenig Grünflächen. Erinnert sei an dieser Stelle an die nahezu unentwegt wogende Diskussion um Grundstücksentnahmen aus der Landesgrünzone oder Verbauungen durch Straßenprojekte - Stichwort S18.
Das Land Vorarlberg hat nun die Zahlen zum Bodenverbrauch der vergangenen vier Jahre veröffentlicht: Diese zeichnen, was den Bodenfraß angeht, ein Bild der Mäßigung. So steigt die Verbauung natürlich jedes Jahr weiter an– Siedlungsräume, Wirtschaftsstandorte und Verkehrsflächen werden erweitert, doch geht die Inanspruchnahme neuer Flächen langsamer vonstatten als noch vor einigen Jahren, konkret heißt das:
Zunahme von 1,3 Prozent
In den Jahren 2022 bis 2025 wurde jeden Tag eine Fläche von 1.900 Quadratmetern neu verbaut. In den Jahren 2010 bis 2020 lag dieser Wert noch bei satten 8000 Quadratmeter pro Tag. Die gesamte Flächeninanspruchnahme in Vorarlberg beträgt derzeit 167 Quadratkilometer – das sind sechs Prozent der Landesfläche Vorarlbergs. Im Jahr 2022 waren es 165 Quadratkilometer. Somit steigerte sich der gesamte Flächenverbrauch von 2022 bis 2025 um zwei Quadratkilometer, eine Zunahme von 1,3 Prozent. „Ein Teil der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme ist wachstumsbedingt, da das Bevölkerungswachstum einen steigenden Bedarf an Wohnraum, Infrastrukturen und Dienstleistungseinrichtungen mit sich bringt. Gleichzeitig benötigt auch die Wirtschaft entsprechende Möglichkeiten für betriebliche Tätigkeiten“, erklärt der zuständige Landesrat Marco Tittler.
Ein Teil der zusätzlichen Flächeninanspruchnahme ist wachstumsbedingt (...).
Landesrat Marco Tittler
Widmungen zögerlicher ausgestellt
Gebremst wird auch bei der Widmung von Bauflächen. Die landeseigene Flächenwidmungsplanstatistik zeigt einen Trend zu einem geringeren jährlichen Widmungssaldo: In den Jahren 2022 bis 2025 haben sich die Bauflächen um insgesamt 32,3 Hektar vergrößert, das bedeutet eine Zunahme von knapp 300 Quadratmeter pro Tag. „Anfang der 2000er-Jahre war dieser Wert um das Fünffache höher“, erläutert Tittler dazu.
Das Thema Bodenverbrauch sorgt im Ländle immer wieder für hitzig geführte Diskussionen. Erst vor wenigen Tagen hat etwa der Verein für Bodenfreiheit verkündet, ein Wegerecht für ein Grundstück erworben zu haben, das auf der Trasse der CP-Variante der geplanten S18 im Lustenauer Ried liegt – als Zeichen gegen Bodenfraß.
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