Viele vor dem Nichts

Nächstes Jahr dürfte Obdachlosigkeit stark steigen

Österreich
10.12.2025 13:29
Porträt von krone.at
Von krone.at

Ab dem kommenden Jahr könnten Tausende Menschen die Wohnung verlieren – denn die Einsparungen im Sozialbereich haben die Lage für viele, die ohnehin bereits mit dem Rücken zur Wand stehen, verschärft.

Rund 21.000 Menschen in Österreich sind laut der Caritas obdach- oder wohnungslos – bei einer „doppelt so hohen Dunkelziffer“. Seit 2008 sei die Zahl der registrierten Obdachlosen um 22 Prozent, also rund 4000 Personen, gestiegen, erzählte Klaus Schwertner, Caritasdirektor der Erzdiözese Wien, am Mittwoch bei einer Pressekonferenz im Wiener Betreuungszentrum „Gruft“. Durch die Kürzungen seien nun etwa „Tausende subsidiär Schutzberechtigte“ spätestens ab 2026 „von einer Delogierung bedroht“. Auch „massive“ Kürzungen bei der Suchthilfe würden Wohnungslose hart treffen.

Seit November läuft die Caritas-Winternothilfe. Auch heuer bewarb die Wiener Caritas zudem mit prominenter Unterstützung ein „Gruft-Winterpaket“, das für eine Spende von 70 Euro einen Bedürftigen mit einem Schlafsack und sieben Mahlzeiten versorgen soll.

Dirk Stermann war mit vollem Einsatz dabei.
Dirk Stermann war mit vollem Einsatz dabei.(Bild: Martin A. Jöchl)

Kabarettist Dirk Stermann mit bewegenden Worten
Kabarettist Dirk Stermann appellierte bei der Präsentation der Caritas an mehr Zusammenhalt: „Dieses Winterpaket ist das Mindeste, das Leute wie ich und viele andere leisten können.“ Wien sei auf einem sozialen Fundament gebaut, „und wir müssen uns, finde ich, immer wieder bewusst machen, dass das das ist, was unsere Stadt ausmacht.“ Lis Pichler, Leiterin der Gruft, plädierte einmal mehr dafür, sich beim Kältetelefon zu melden, „wenn Sie Obdachlose auf der Straße sehen“.

Gesellschaftlicher Zusammenhalt auf dem Spiel
„Wir haben Verständnis, dass gespart werden muss“, betonte Caritasdirektor Schwertner, „aber bitte nicht für die verletzlichsten Gruppen.“ Konkret fordert die Organisation von der Politik „Sozialverträglichkeitsprüfungen“, mit der die Auswirkung von Maßnahmen auf vulnerable Gruppen wie Mindestpensionisten, Obdachlose oder kinderreiche Familien und Alleinerziehende von Experten geprüft werden soll.

Zudem will die Caritas unter anderem Änderungen beim Billig-Strom-Gesetz und einen Aktionsplan für leistbares Wohnen. Wer bei Angeboten für „psychisch oder chronisch erkrankte Menschen mit Behinderung, Kindern und bereits obdachlosen Menschen“ spare, setze „den gesellschaftlichen Zusammenhalt aufs Spiel“.

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