Fr, 22. Juni 2018

Chaos in Val d'Isere

17.12.2005 16:06

Kildow gewinnt Abfahrt - Meissnitzer Dritte

Lindsey C. Kildow hat am Samstag ihren ersten Weltcup-Sieg auf europäischem Boden und ihren dritten insgesamt gefeiert. Die 21-jährige US-Amerikanerin gewann die von Schlechtwetter stark beeinträchtigte Abfahrt in Val d'Isere mit einem Vorsprung von 0,38 Sekunden auf ihre Landsfrau Caroline Lalive. Alexandra Meissnitzer (+0,39) wurde als beste Österreicherin Dritte.

In der Weltcup-Gesamtwertung führt weiter die Niederösterreicherin Michaela Dorfmeister, die in Frankreich Achte wurde und damit nach vier Podestplatzierungen en suite ihr schlechtestes Saisonresultat in einem Speed-Rennen zur Kenntnis nehmen musste. Mit 366 Punkten liegt die 32-Jährige nach dem achten Rennen 44 Zähler vor Kildow sowie 46 vor Meissnitzer.

"Das Rennen hätte man nicht starten dürfen, denn man will ja gleiche Verhältnisse für alle haben", übte Dorfmeister berechtigte Kritik an der Rennleitung. Auf Grund des Neuschnees und heftiger Windböen geriet die mit eineinhalb Stunden Verspätung gestartete Abfahrt zu einer totalen Wetterlotterie, die viele Sturzopfer forderte und für ein irreguläres Rennen sorgte.

Karin Blaser schwer gestürzt
Am schlimmsten erwischte es die Steirerin Karin Blaser, die sich eine Verletzung im linken Knie zuzog, deren genauer Grad nach der Rückkehr in die Heimat diagnostiziert werden sollte. Nach dem Sturz der Slowenin Urska Rabic (Startnummer 47) wurde das Farce-Rennen endgültig abgebrochen, aber auf Grund des FIS-Reglements mit vollen Punkten gewertet.

"Es war noch viel Neuschnee in der Piste drin und deshalb sehr schwierig. Außerdem war der Wind bei allen bei weitem nicht gleich", betonte Meissnitzer nach ihrem vierten Podestplatz im Olympia-Winter.

"Das Rennen hätte nie gestartet werden dürfen. Die Gefahr für die Läuferinnen war bei Böen von über 100 Stundenkilometern viel zu groß", schimpfte auch der deutsche Cheftrainer Maier.

Piste nicht zu erkennen
Wegen Neuschnees von über 30 Zentimetern hatte die dritte Abfahrt der Saison anderthalb Stunden später begonnen. Der Start musste wegen des heftigen Windes vom Super-G-Start erfolgen. Trotzdem war die Piste von vielen Läuferinnen stellenweise nicht zu erkennen, was von einigen Athletinnen im Ziel mit Kopfschütteln und eindeutigen Gesten quittiert wurde. Doch der neue Renndirektor des Internationalen Skiverbandes FIS, Atle Skardaal, zog das Rennen durch. Eine Entscheidung, die noch heftige Diskussionen nach sich ziehen dürfte.

Nach der Startnummer 47 wurde das Rennen von der Jury abgebrochen, die Resultate werden jedoch gewertet.

Kildow führt nach ihrem Sieg im Spezialweltcup mit 245 Punkten klar vor Dorfmeister (172) und Meissnitzer (170).

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