Bericht gibt Einblick

Woher kamen die Darlehen für Neue Eisenstädter?

Burgenland
10.12.2025 07:58

Die Eigentümer der Wohnbaugesellschaft waren offenbar auch ihre besten Kreditgeber. Aus Sicht von Branchenkennern ist dies ein „verheerendes Bild“.

In rund einem Monat startet der Untersuchungsausschuss zur Causa Neue Eisenstädter. Während in den politischen Büros die Vorbereitungen dafür bereits auf Hochtouren laufen, treten nun immer mehr fragwürdige Vorgängen rund um die Wohnbaugesellschaft zutage. Der „Österreichische Verband gemeinnütziger Bauvereinigungen – Revisionsverband“ stellte ja in einem Bericht vom Geschäftsjahr 2023 fest, dass der Fremdfinanzierungsanteil bei der Neuen Eisenstädter ungewöhnlich hoch ausfiel – was möglicherweise zu höheren Mieten und Kaufpreisen geführt haben könnte.

Rund zwei Drittel von Banken
Nun wirft ein Auszug aus dem Prüfbericht für 2020 noch mehr Fragen auf. Denn dieser zeigt, woher die Darlehen zur Grundstücks- und Baukostenfinanzierung stammen: Knapp ein Drittel sind Förderungsdarlehen, sprich die Wohnbauförderung des Landes. Der Rest kommt von Kreditinstituten – genannt werden Raiffeisen-Landesbank und Erste Bank, welche beide gleichzeitig die Hauptgesellschafter der Neuen Eisenstädter sind.

Abwechselnd als Bestbieter
Vergleichsangebote würden eingeholt, „aus den vorliegenden Anboten sind die beiden Hauptgesellschafter abwechselnd als Bestbieter hervorgegangen“, heißt es im Bericht. Auf die Raiffeisen-Landesbank entfielen rund 99.000 Euro, auf die Erste Bank rund 111.000 Euro. Im Jahr 2019 waren es je Kreditinstitut rund 10.000 Euro weniger. Eine Erklärung der Berichtsgesellschaft liege vor, hält der Revisionsverband dazu fest.

„Verheerendes Bild“
Bei Branchenkennern löst diese Vorgehensweise Verwunderung aus. Dass keine anderen Banken zum Zug gekommen seien, sei mehr als unüblich heißt es: „Das ist ein verheerendes Bild, wenn die Neue Eisenstädter abwechselnd die eigene Raiffeisen-Landesbank und die Erste Bank zur Finanzierung genommen hat, als würde es keine anderen Banken geben. Im Sinne der Gemeinnützigkeit ist das mit Sicherheit nicht.“

Für Insider stellt sich die Frage, wie es zu dieser Praxis kommen konnte. „Entweder Raiffeisen und Erste Bank waren immer zufällig die günstigsten oder es gab hier Absprachen“, so ein Branchenprofi. Dass dies vom Revisionsverband nicht kritisch hinterfragt wurde, sorgt ebenfalls für Verwunderung.

Kein Einzelfall?
Bei dem Vorgehen soll es sich nicht um Einzelfälle gehandelt haben. Laut der Sonderprüfung des Landes sollen bei 152 eingeholten Kreditanboten in 151 Fällen die beiden Hauptgesellschafter zum Zug gekommen sein. Eine Optik, die vor allem das Land in seiner Kritik bestärkt. Der Revisionsverband hingegen hat in der Vergangenheit die Vorwürfe des Landes zurückgewiesen.

Fest steht: Die Liste der Fragen, die der U-Ausschuss abarbeiten muss, wird immer länger. 

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