Die Inflation in Österreich ist weiter deutlich höher als im Euroraum: Im November lagen die Preise hierzulande im Schnitt um 4,1 Prozent über jenen vom November 2024. Das ergab eine Schnellschätzung der Statistik Austria. In der Eurozone betrug die Teuerung im November 2,2 Prozent.
„Die größte Preisdynamik sehen wir bei Energie“, erklärte Generaldirektorin Manuela Lenk. Auch bei Lebensmitteln, Tabak und Alkohol verstärkte sich der Preisauftrieb. Energie kostete laut Schnellschätzung im November um 10,9 Prozent mehr als vor einem Jahr, nach 9,4 Prozent im Oktober. Auch bei Nahrungsmitteln, Tabak, Alkohol verstärkte sich der Aufwärtstrend mit einem Plus von 4,4 Prozent, nach 4,0 Prozent im Oktober.
Höher war die Inflation im November nur in Estland und Kroatien. Ein Grund für die heuer so hohe Inflation in Österreich ist die Streichung der Energiehilfen durch die Bundesregierung mit Jahresbeginn sowie die mit Jänner 2025 stark gestiegenen Netzkosten bei Strom und Gas.
Inflation ab Jänner niedriger
Experten gehen davon aus, dass ab Jänner 2026 die Inflation deutlich niedriger ausfallen wird. Das liegt vor allem an einem statistischen Effekt: Da für die Inflationsberechnung die Preise des Vorjahresmonats herangezogen werden, wirkt sich das Auslaufen der Energiehilfen ab Anfang 2026 nicht mehr aus. Fachleute sprechen von einem Basiseffekt.
Finanzstaatssekretärin Barbara Eibinger-Miedl (ÖVP) erklärte, das Ziel der Regierung sei es, die Inflation auf 2 Prozent zu senken. Einen Beitrag dazu soll auch die angekündigte Strommarktreform, das Elektrizitätswirtschaftsgesetz (ElWG), liefern, das die Regierung nun „Billig-Strom-Gesetz“ nennt.
FPÖ fordert Ende aller CO2-Steuern
Die FPÖ macht die Regierungsparteien ÖVP, SPÖ und NEOS sowie auch die Grünen für die hohe Inflation verantwortlich. Schuld an der teuren Energie sind aus blauer Sicht hohe Abgaben sowie der Klimaschutz. FPÖ-Wirtschaftssprecherin Barbara Kolm forderte deshalb einen sofortigen Stopp aller CO2-Steuern. Die wirtschaftsliberale Agenda Austria drängte die Regierung, anstatt Geld zu verteilen, für mehr Wettbewerb zu sorgen.
Dienstleistungen größter Preistreiber
Im Dienstleistungssektor, der von Gastronomie über Finanzwesen bis hin zu Medien reicht, betrug der Preiszuwachs 4,5 Prozent, womit die Dienstleistungen auch im November der stärkste Preistreiber waren. Die sogenannte Kerninflation, welche die Bereiche Dienstleistungen und Industriegüter umfasst, verharrte laut Schnellschätzung bei 3,4 Prozent.
Die Schnellschätzungen der Statistik Austria basieren auf dem zum Zeitpunkt der Veröffentlichung bestehenden Preisdatenbestand. Normalerweise liegen schon etwa 80 bis 90 Prozent der für den Verbraucherpreisindex (VPI) erhobenen Preise vor. Der endgültige Wert für November wird am 17. Dezember veröffentlicht. Der EU-weit harmonisierte HVPI betrug in Österreich im November laut Schnellschätzung ebenfalls 4,1 Prozent, nach 4,0 Prozent im Oktober.
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