Opfer im Rollstuhl

Mann soll versucht haben, Ehefrau zu erwürgen

Oberösterreich
18.11.2025 13:10

Ein Familiendrama soll sich am Sonntagnachmittag in einem Haus in Bad Goisern zugetragen haben. Ein Streit um eine angekündigte Trennung der Frau ließ ihren Ehemann offenbar völlig ausrasten. Der 60-Jährige soll versucht haben, im Zuge einer Rangelei die beeinträchtige 57-Jährige zunächst mit einem Polster zu ersticken und dann zu erwürgen. Er sitzt nun in der Justizanstalt Wels in Untersuchungshaft.

Der Haussegen bei dem pensionierten Ehepaar aus Bad Goisern dürfte schon längere Zeit schief hängen. Die im Rollstuhl sitzende Frau (57) soll am Sonntagnachmittag wieder einmal ihre Absicht bekräftigt haben, sich scheiden lassen zu wollen. Das dürfte den Gatten (60) zur Weißglut gebracht haben. 

Er sah durch einen solchen Schritt seine Existenz offenbar massiv bedroht. Angeblich scheint er ganz der Meinung zu sein, im Fall einer Scheidung sein Elternhaus verkaufen zu müssen, um die Ehefrau auszahlen zu können. 

Folie und Polster
Im Zuge eines heftigen Wortgefechts soll es kurz nach 16 Uhr zu einer Rangelei gekommen sein. Dann soll der Mann eine Folie genommen und diese über den Kopf der Frau zu wickeln versucht haben. Doch die 57-Jährige wehrte sich massiv, konnte auf die Weise verhindern, erstickt zu werden.

Der 60-Jährige soll dann zu einem Polster gegriffen und es damit probiert haben. Doch auch dieser Versuch scheiterte. Zuletzt soll er begonnen haben, die Gattin zu würgen. 

Zitat Icon

Der Beschuldigte zeigt sich zu den Vorwürfen grundsätzlich geständig. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft wurde vom Landesgericht Wels die Untersuchungshaft verhängt.

Staatsanwalt Christoph Weber

Zur Besinnung gekommen
„Was tust du denn?“, soll die Frau verzweifelt gefleht haben. Daraufhin soll der Mann wieder von ihr abgelassen haben. Die 60-Jährige flüchtete sich ins Schlafzimmer. „Ich hab‘ in ihre Augen geschaut und bin wieder zur Besinnung gekommen“, erklärte der Verdächtige später gegenüber der Polizei, die von der Gattin via Notruf alarmiert worden war.

Die Justizanstalt in Wels
Die Justizanstalt in Wels(Bild: Christoph Gantner)

Der 60-Jährige ließ sich widerstandslos festnehmen. Am Montagnachmittag wurde der bisher unbescholtene Mann in die Justizanstalt Wels eingeliefert. Am Dienstag wurde über ihn wegen des Verdachts der schweren Körperverletzung (§ 84 Abs. 5.1) die Untersuchungshaft verhängt.

Zum Zeitpunkt der Attacke auf die Frau sollen sich auch die dementen Eltern des Verdächtigen im Erdgeschoß des Hauses aufgehalten haben, die davon aber nichts mitbekommen hatten. Der Übergriff soll im 1. Stock stattgefunden haben. Das Opfer musste im Krankenhaus behandelt werden, erlitt Verletzungen im Gesicht-, Hals-, Arm-, Brust- und Kniebereich.

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