Auf dem Linzer Stadtfriedhof St. Martin sorgt ein verwüstetes Grab für Aufregung: Kerzen umgeworfen, Blumen beschädigt – und plötzlich stehen Hasen und Rehe unter Verdacht. Offizielle Stellen winken ab, Grabbesitzer sprechen von „verdächtigen Spuren“. Was steckt wirklich hinter den nächtlichen Vorfällen?
Etwas mit langen Ohren, kuscheligem Fell und vier flinken Beinen soll derzeit am Stadtfriedhof St. Martin sein Unwesen treiben – zumindest, wenn man ersten Vermutungen glaubt. Anlass dazu gibt ein Grabbesitzer, der sich bei der „Krone“ meldete: Die Ruhestätte seiner verstorbenen Angehörigen wurde verwüstet, Kerzen umgeworfen, Blumen in Mitleidenschaft gezogen. Auf der Suche nach einer Erklärung will er gehört haben, dass aktuell wieder Rehe und Hasen am Friedhof unterwegs sind.
Verdächtige Spuren entdeckt
Ob tatsächlich tierische „Nachtaktivisten“ am Werk sind oder einfach nur der Herbstwind durch die Grabreihen gezogen ist, bleibt aber offen. Während auch andere Grabeigentümer meinen, verdächtige Spuren entdeckt zu haben, heißt es aus dem Umfeld des Betreibers, der Linz AG, dass man zwar auf einem Wald- und Naturfriedhof wie in St. Martin von Wildtieren nicht gefeit sei, aber eine aktuelle Kaninchen- oder Reh-Plage nicht bekannt wäre. Und die Jahreszeit spreche ohnehin dagegen: Im Herbst finden die pelzigen Feinschmecker weniger frisches Grün – und damit auch weniger Gründe für nächtliche Friedhofsbesuche. Zumindest kulinarisch.
Tiere werden im Frühling angelockt
Ein Umstand, den auch Clemens Frauscher, Verwalter der St. Barbara Gottesackerstiftung für seinen Innenstadtfriedhof bestätigen kann: „Bei uns sind die Tiere am ehesten anzutreffen, wenn im Frühling, die ersten Gräser wachsen.“ In den letzten Jahren haben sich deren Besuche aber deutlich dezimiert. „Früher kamen die Gäste aus den Traunauen über den benachbarten Frachtenbahnhof zu uns. Seit es die Grüne Mitte gibt, passiert das nur noch selten.“
So meiden Rehe und Hasen das Grab
Ein Tipp von erfahrenen Friedhofsgärtnern: Wer auf Nummer sicher gehen will, kann mit der richtigen Grabbepflanzung vorsorgen. Stark duftende Sorten wie Lavendel oder Zitronenmelisse gelten als wenig attraktiv für tierische Besucher. Auch giftige oder stachelige Pflanzen wie Narzissen, Fingerhut, Zierlauch, Akelei oder Rittersporn werden gemieden. Und auch Bodendecker wie Efeu oder Immergrün sind für Reh und Hase unattraktiv.
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