Lediglich ein Schild auf der B50 zwischen Parndorf und Neudorf bei Parndorf weist auf den friedlichen Ort hin. Biegt man ab, findet man ein Tor. Dahinter: Bäume. Ruhe. Frieden. – Und Gräber, die als solche aber nur bei näherem Hinsehen erkennbar sind.
Der private Friedhof wird von Gala von See und Andreas Hitzinger betrieben. Es gibt ihn seit 2018 – Klickt man auf die Homepage, findet man „TierFriedhof Phoenasos“. Hauptklienten sind also Tiere, die hier ihre letzte Ruhe finden. Aber nicht nur sie sind hier begraben.
„Mittlerweile hatten wir hier auch schon rund 25 Menschenbestattungen auf Urnenbasis“, erläutert Gala von See. Manche teilen ihre Begräbnisstätte mit ihren Tieren, so wie sie früher mit ihnen auch zu Hause gelebt haben.
„Vereint für den Rest der Zeit. Ein schöner Gedanke, oder?“, meint die Künstlerin und erzählt, dass es auch Reservierungen gibt. „Ein Grab zum Beispiel ist für zwei Kätzchen, die schon hier liegen, zwei Hunde und das Ehepaar, das sich zum Glück noch bester Gesundheit erfreut. Daneben haben Freunde von ihnen ein Fleckchen reserviert.“
Urnen aus Karton bis hin zu Sandstein
Kommt man ins Büro, findet man die verschiedensten Urnen und Andenken, die man sich von seinem Tier machen lassen kann. So kann man sich Diamanten aus der Asche pressen lassen, aber genauso eine kleine Perle damit füllen oder Kunstwerke aus Glas mit ein bisschen Asche gestalten lassen. Gala von See – selbst Künstlerin – personalisiert und verschönert diese Sachen dann gerne mit einem Bild des Tieres. Urnen gibt es aus Karton genauso, wie aus Alabaster, Salzstein oder auch Sandstein aus St. Margarethen, mit persönlichem Pfotenabdruck, Malerei oder, oder, oder.
Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass man bei weitem nicht alles erwähnen kann. Also machen wir uns auf den Weg nach draußen. Es ist ein herrlicher Herbsttag. Die Blätter leuchten in warmem Gelb, viele sind noch auf den Bäumen, ebenso viele liegen aber schon am Boden und verdecken oft die Schilder derer, die darunter begraben sind. „Das macht einen gewissen Charme aus“, meint auch Andreas Hitzinger. „Man kann durch den Friedhof spazieren und wird nicht jeden Meter daran erinnert, wo man ist.“ In der Mitte des Parkfriedhofes steht der Verabschiedungs-Pavillon, daneben eine Statue von Phoenasos – einem Werk von Gala von See und dem Wahrzeichen des Friedhofes.
„Hier wird nächste Woche mein Vater begraben und ich komme auch einmal unter Phoenasos. Das ist ein würdiger und wunderschöner Ort für eine letzte Ruhestätte, finde ich“, so die Künstlerin.
Was ebenfalls auffällt: Es gibt ein Sozialgrab für heimatlose Haustiere. Also für jene, die sich eine große Bestattung nicht leisten können, ihren geliebten tierischen Wegbegleiter aber auch nicht in die Tierkörperverwertung geben möchten.
Bei einem Grab steht eine Bank aus Metall, über einem Hund wächst eine Pflanze, bei der letzten Ruhestätte eines viel zu jung verstorbenen Mädchens erinnern ein Stein und viele Kleinigkeiten an die junge Frau. Es ist persönlich, aber nicht überladen. Und vor allem eines: Es ist so ganz anders, als ein „normaler“ Gottesacker, wo sich dicht an dicht Grabstein an Grabstein reiht.
Der Parkfriedhof in Neudorf bei Parndorf ist einerseits ein Platz für all jene, die auch im Tod mit ihren Tieren vereint sein möchten und die Natur lieben und andererseits für die, die ihren Angehörigen nicht viel Arbeit machen möchten. Die aber vielleicht gerne einen kleinen Spaziergang machen und einen besuchen kommen. Für ein Stück Erinnerung und eine kurze, gemeinsame Zeit in Ruhe und Frieden.
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