Die Top-Managerinnen der größten deutschen Börsenkonzerne haben im Vorjahr deutlich weniger verdient als ihre männlichen Kollegen. Laut einer neuen Studie der Beratungsgesellschaft EY hat das damit zu tun, dass es heute insgesamt mehr Frauen in Vorständen gibt als noch vor einigen Jahren. Das drücke das Gehalt.
„Die Zeiten, als weibliche Vorstände eine seltene Spezies waren und teils sehr hohe Gehälter fordern konnten, sind vorbei“, sagte Jens Massmann von EY. Heute stiegen Top-Managerinnen mit einem niedrigeren Gehalt ein, was das gesamte Gehaltsgefüge der weiblichen Vorstandsmitglieder drücke. Im Vorjahr sank die Vergütung der Frauen in den Vorständen der Unternehmen aus den drei Dax-Indizes auf durchschnittlich 2,15 Millionen Euro (ohne Chefposten). Das waren elf Prozent weniger als noch 2023. Die männlichen Kollegen verbuchten hingegen ein leichtes Plus von 0,4 Prozent auf 2,27 Millionen Euro.
Insgesamt sank die Vergütung der Vorständinnen und Vorstände. Das führt Massmann unter anderem auf das schwache Geschäft einiger Unternehmen in der Wirtschaftskrise zurück, viele hätten deshalb eigene Ziele verfehlt und massiv Kosten gespart. „In solch einem Umfeld sind hohe Gehaltssteigerungen schwierig zu rechtfertigen“, sagte der Studienautor.
Das waren die bestbezahlten Managerinnen
Bestbezahlte Managerin war laut der Erhebung Merck-Chefin Belen Garijo mit 7,6 Millionen Euro Jahresgehalt. Auf sie folgten Deutsche-Bank-Vorständin Rebecca Short (6,5 Millionen Euro) und Helen Giza, Chefin von Fresenius Medical Care (5,7 Millionen Euro). Auch VW-Vorständin Hauke Stars und Merck-Finanzchefin Helene von Roeder zählten zu den Topverdienerinnen.
Eine besonders große Gehaltslücke zwischen Männern und Frauen im Vorstand gab es im Leitindex Dax, eine deutlich kleinere bei MDax und dem Kleinwerte-Index SDax. Für die Studie hat EY die Vergütung von 368 Vorstandsmitgliedern der größten Börsenunternehmen Deutschlands analysiert – das Fixgehalt plus Boni. Berücksichtigt wurden nur jene, die das komplette Geschäftsjahr im Vorstand waren. Darunter waren 88 Frauen, das entspricht einem Anteil von fast einem Viertel (23,9 Prozent). Zehn Jahre zuvor waren es erst 6,4 Prozent.
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