Grazer Forum Stadtpark

Besessene Berge und Gipfelsteine in Geiselhaft

News aus Graz
17.09.2025 08:00

Das Grazer Forum Stadtpark firmiert heuer unter dem Titel „Internationale Agentur für Enteignung“ und zeigt im Parallelprogramm des steirischen herbst die Ausstellung „Besessene Berge/Posessed Mountains“. Dabei geht es um Eigentum, das eigentlich keines sein sollte.

Die kann es sein, dass Berge in Privatbesitz sind? Diese Frage stellt die Schau „Besessene Berge/Possessed Mountains“ im Forum Stadtpark, das sich heuer ja „Internationalen Agentur für Enteignung“ nennt. Ein besonderer Fall ist die Koralpe, die eines der größten Lithium-Vorkommen Europas hortet. Für einen symbolischen Schilling privatisiert und um Millionen weiterverkauft, gehören die Schürfrechte einem amerikanisch-australischen Konzern. Noch gibt es keinen Abbau, aber es wird fröhlich weiter spekuliert. Rose-Anne Gush und Philipp Sattler, die die Schau mit Johanna Pichlbauer und Robin Klengel kuratiert haben, erzählen das in ihrem Film, und beziehen historische sowie politische Komponenten mit ein.

Berge aus Gletschervlies und Gipfelstein im Tresor
Paulina Semkovic hat aus 140 Quadratmeter Gletschervlies riesige Berge in den Ausstellungsraum gezaubert, Marwa Arsanios befreit in ihrem Video ein Stück Land aus Privateigentum; und das Kollektiv PARA hält den Gipfelstein der Zugspitze in Geiselhaft, bis der gestohlene des Kilimandscharo von Deutschland an Tansania retourniert wird. Dazu legt es „Skrupel“ auf, kleine Modelle des afrikanischen Gipfelsteins, die als Bausteine die Summe für den Rückkauf des Artefakts zusammenbringen sollen. Sie sind auch im Forum Stadtpark um 25 Euro erhältlich.

Berge aus Gletschervlies von Paulina Semkovic und Fiston Mwanza Mujilas Text-Video.
Berge aus Gletschervlies von Paulina Semkovic und Fiston Mwanza Mujilas Text-Video.(Bild: Philipp Sattler)

Bergbau spielt auch im Werk von Fiston Mwanza Mujila eine große Rolle. Er ist mit Texten zu „Wir verkaufen die Alpen“ und einem Video seiner „Minengesänge“ Teil dieser Schau, aber auch Teil des überdimensionalen „Zauberbuchs“, in dem die Kuratoren ihre Forschungsergebnisse über besessene Berge zusammengetragen haben.

Eröffnet wird die Ausstellung am heutigen Mittwoch um 18 Uhr mit einer Performance von Fiston Mwanza Mujila sowie der anschließenden Premiere seines Stücks „Après les Alpes“. Zu sehen ist sie bis 11. Oktober

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