Ein bisschen Geschichts-Nachhilfe: Am 19. September 1955 – und zwar genau um 16 Uhr 55 – verließen die letzten russischen Besatzungssoldaten vom Bahnhof Bruck – Bruckneudorf den neutralen Staat Österreich. Daran erinnert am Bahnhof ab sofort der letzte Sager des sowjetischen Oberstleutnants.
Der letzte „blaue Zug“ fuhr am 19. September 1955 vom Bahnhof in die Sowjetunion. Dieses Datum war und ist für Bruck und Bruckneudorf ein historischer Meilenstein.
Und noch ein wenig mehr Geschichte: Die Alliierten befreiten Österreich im März 1945 vom Nationalsozialismus, das Land wurde anschließend militärisch besetzt. Die Besatzungszeit endete 10 Jahre später mit dem Staatsvertrag und die alliierten Truppen mussten den souveränen Staat bis zum 25. Oktober 1955 verlassen.
Bereits am 19. September stiegen am Bahnhof Bruck-Bruckneudorf die letzten sowjetischen Soldaten in den sogenannten „blauen Zug“ und verließen Österreich.
Das war das Ende der Besatzung von den Sowjets. Kurz vor der Abfahrt stellte sich der örtliche sowjetische Offizier, Garde-Oberstleutnant Filip Olisarenko, auf die Stufen des Waggons und sprach zur Verabschiedung die Worte: „16 Uhr 55 – eine historische Zeit! Alles Gute für das österreichische Volk. Alles Gute für Bruck und Bruckneudorf. Auf Wiedersehen!“
16 Uhr 55 – eine historische Zeit! Alles Gute für das österreichische Volk. Alles Gute für Bruck und Bruckneudorf. Auf Wiedersehen!
Oberstleutnant Filip Olisarenko
Dieser Spruch wurde nun vom Kulturausschuss Bruckneudorf zum Jubiläum des Staatsvertrages und zum Nationalfeiertag, am Bahnhof Bruck-Bruckneudorf angebracht.
In großen Lettern
Und zwar genau dort, wo sich einst der Offizier vom damaligen Brucker Bürgermeister Rudolf Pöpperl und seinem Amtskollegen, dem Bruckneudorfer Bürgermeister Franz Pschill verabschiedete.
Für die Öffentlichkeit
„Nur ein kleines Infoschild im Gemeindeamt, wäre für dieses historische Datum zu wenig gewesen“, meint der Bruckneudorfer Bürgermeister Gerhard Dreiszer. Man wollte den Spruch von Olisarenko der Öffentlichkeit zeigen. „Dadurch soll auch die Jugend ein bisschen Geschichte unserer Gemeinde erfahren“, so Dreiszker.
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