Die Vorarlberger Wirtschaftskammer unterstützt die Pläne von Bildungsminister Christoph Wiederkehr (Neos), der eine verpflichtende Sommerschule für Kinder mit mangelnden Deutschkenntnissen angekündigt hat.
Die Lehrer und ihre Personalvertretungen sind bezüglich der Sommerschule bekanntlich immer noch sehr skeptisch, umso enthusiastischer ist das Echo aus der Wirtschaft. „Bildung ist ein Langzeitprogramm: Das eine schließt das andere nicht aus – im Gegenteil: Es braucht sowohl die Sommerschule als auch eine ganzjährige, gezielte Betreuung von Kindern mit mangelnden Deutschkenntnissen“, betont WKV-Präsident Karlheinz Kopf.
Das Angebot einer – freiwilligen – Sommerschule gibt es bereits seit einigen Jahren und die Nachfrage steigt stetig. Laut Bildungsdirektion besuchen heuer 1848 Kinder in Vorarlberg die Sommerschule – das bedeutet einen erneuten Anstieg gegenüber den Vorjahren. Ab 2026 wird die Sommerschule gemäß den Plänen von Wiederkehr für über 2000 außerordentliche Vorarlberger Schülerinnen und Schüler verpflichtend sein – also für all jene Kinder, die dem Unterricht aufgrund mangelnder Deutschkenntnisse nicht ausreichend folgen können. „Deutsch ist der Schlüssel für schulischen Erfolg, Integration und berufliche Qualifikation. Sprachdefizite dürfen nicht zur Barriere werden. Während des Schuljahres braucht es ausreichend Deutschförderung – und im Sommer die verpflichtende Sommerschule. Nur beides zusammen schafft echte Chancengleichheit. Es darf nicht am System scheitern, Kinder rechtzeitig fit für das neue Schuljahr zu machen“, bezieht Kopf eindeutig Position.
Vorarlberger Schüler schlecht in Deutsch
Gerade in Vorarlberg sei der Bedarf groß, so der WKV-Boss mit Verweis auf das aktuelle Bildungsmonitoring: Dieses stellte den Vorarlberger Schülern im Fach Deutsch – übrigens auch im Bereich der höheren Schulen und bei der Matura – kein gutes Zeugnis aus, sie schnitten im österreichweiten Vergleich nur unterdurchschnittlich ab. „Jede Investition in bessere Deutschkenntnisse ist daher entscheidend – und zwar von der Kleinkindbetreuung über den Kindergarten bis hin zu Schule und Sommerschule“, betont Kopf. Die stellvertretende WKV-Direktorin Gudrun Petz-Bechter verweist zudem darauf, dass die Sommerferien in Österreich im EU-Vergleich besonders lang sind: „Es ist höchste Zeit, darüber nachzudenken, ob die Ferienzeit generell für Fördermaßnahmen genutzt werden soll. Viele Eltern wünschen sich dies schon lange – damit Kinder besser vorbereitet ins neue Schuljahr starten können.“
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