Hühnerglück geprüft

Eier in Bäckerei-Produkten oft aus Bodenhaltung

Österreich
03.04.2025 12:55
Porträt von krone.at
Von krone.at

Wer für das Osterfrühstück nur Backwaren kaufen will, in denen Eier von „glücklichen“ Hühnern verarbeitet sind, hat es schwer. Viele Bäckereien verwenden nach wie vor Eier aus Bodenhaltung, wie ein Bäckereien-Check zeigt. Für Konsumentinnen und Konsumenten ist aber oft nur schwer erkennbar, woher die Eier im Gebäck kommen.

„Vier Pfoten“ und Arbeiterkammer Oberösterreich fragten für den Bäckereien-Check bei insgesamt 60 Bäckereien und Backshops in ganz Österreich an, welche Eier sie verwenden. Das Ergebnis: Sechs nehmen ausschließlich Bio-Freiland-Eier, fünf nur konventionelle Freilandeier und 23 nur Bodenhaltungseier. Einige weitere sowie die Backshops großer Supermärkte verwenden unterschiedliche Kategorien.

Betreibt eine Bäckerei auch ein Café, in dem Freiland-Eier auf der Frühstückskarte stehen, heißt das noch lange nicht, dass in der Backstube nicht trotzdem Eier aus Bodenhaltung verarbeitet werden, so die Arbeiterkammer (AK). 17 Unternehmen, darunter einige große Ketten, antworteten auf die Anfrage gar nicht. Damit bleibe unklar, ob nicht sogar auch importierte Käfigeier eingesetzt würden, warnt „Vier Pfoten“.

Käfighaltung in Österreich verboten
Die sogenannte „konventionelle Käfighaltung“, bei der jedem Huhn weniger Platz als die Fläche eines A4-Blattes zur Verfügung steht, ist in der EU seit 2012 verboten. Die „ausgestaltete Käfighaltung“ – hier haben die Tiere geringfügig mehr Platz und zumindest Legenester, Sitzstangen und eine Scharrfläche – ist in Österreich seit 2020 ebenfalls nicht mehr erlaubt, weil auch hier die Tiere ihre nötigsten Grundbedürfnisse nicht befriedigen können.

In Backwaren oft Käfigeier versteckt
In anderen EU-Staaten ist das allerdings nach wie vor legal. EU-weit lebe nach wie vor fast jede zweite Henne im Käfig, informiert „Vier Pfoten“. Laut Schätzungen der Geflügelwirtschaft würden täglich rund eine Million Eier nach Österreich importiert. Mangels einer transparenten Kennzeichnungspflicht bei verarbeiteten Produkten enthalten beispielsweise Nudeln, Süß- oder Backwaren in heimischen Regalen trotz der strengen Haltungsbestimmungen in Österreich oft importierte Käfigeier, so die Tierschützer.

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