Die Österreicherin Carmen Possnig (36) hat ihr Astronauten-Training erfolgreich abgeschlossen. Sie war aus mehr als 22.500 Bewerberinnen und Bewerbern aus ganz Europa ausgewählt worden und ist eine von zwölf „Reserveastronauten“.
Gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen absolvierte Possnig seit Jänner ein zweimonatiges Programm im Europäischen Astronautenzentrum (EAC) in Köln. Teil waren eine Tauchausbildung sowie ein einwöchiges Winterüberlebenstraining. In dem etwa zehn Meter tiefen Pool hätten auch Teile der Internationalen Raumstation ISS versenkt werden können, sagte die Medizinerin. Beim Tauchen wird die Schwerelosigkeit im Weltraum simuliert. Ein Basistauchkurs war Voraussetzung für das Training.
„Noch cooler war die einwöchige Winterüberlebensübung in einem Nationalpark in den spanischen Pyrenäen“, erzählte die angehende Astronautin. Dabei seien beispielsweise Fähigkeiten wie Feuermachen, Unterschlupf-Bau und der Umgang mit kältebedingten Verletzungen trainiert worden. Zum Abschluss musste die Gruppe 30 Stunden bei minus 15 Grad Celsius im verschneiten Nationalpark überleben. „Diese Übungen sollen uns auf potenzielle Notsituationen vorbereiten, wenn etwa eine Raumkapsel an einem abgelegenen, schwer erreichbaren Ort landet“, sagte die gebürtige Kärntnerin.
Studiert Weltraummedizin in Innsbruck
Zu den Theorieeinheiten zählte etwa ein Biologiekurs mit Laborübungen. Possnig hatte bereits 2018 ein Jahr lang im Auftrag der ESA in der französisch-italienischen Antarktis-Station „Concordia“ geforscht. Sie ist derzeit im Endspurt ihres PhD-Studiums im Bereich Weltraummedizin an der Universität Innsbruck.
Im Herbst folgt die nächste Phase des Trainings. Diese umfasst unter anderem ein Überlebenstraining auf hoher See, sollte eine im Meer gelandete Raumkapsel nicht gleich gefunden werden, und einen Parabelflug, bei dem Schwerelosigkeit simuliert wird. 2026 ist ein weiterer zweimonatiger Ausbildungsblock geplant. Die Chance, tatsächlich in den Weltraum zu fliegen, ist „eine politische Entscheidung“, sagte Possning und hänge unter anderem von den finanziellen Mitteln ab.
Die fünf Karriereastronautinnen und Karriereastronauten erhielten bereits einen Vertrag mit der ESA und wurden ein Jahr lang für künftige Weltraummissionen ausgebildet. Die Reservistinnen und Reservisten bleiben hingegen vorläufig in ihren Jobs.
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