Ungefähr jede zweite befragte Person in Österreich hält Brände für eine Bedrohung der heimischen Wälder. Als größere Herausforderungen nehmen die Befragten Trockenheit, Sturm und den Borkenkäfer wahr. „Hier haben wir noch Bedarf an Bewusstseinsbildung“, sagte Andreas Gruber von den Österreichischen Bundesforsten (ÖBf).
Die anhaltende Trockenheit in diesem Winter mache die Lage in den Wäldern buchstäblich „brandgefährlich“, sagte Vorstandssprecher Georg Schöppl. Auf Rauchen und Feuermachen sollte komplett verzichtet werden. „Aber was wir nicht tun können, ist großflächig den Wald gießen (...). Wir sind von der Natur abhängig“. Wald bedeckt fast die Hälfte des österreichischen Staatsgebiets.
In den vergangenen Jahren haben auch Schäden durch Windwürfe zugenommen, Bäume im Trockenstress bieten dem Borkenkäfer eine bessere Angriffsmöglichkeit. „Was wir jetzt machen ist, Schadholz so bald wie möglich zu entfernen, damit möglichst wenig Totmaterial für die Borkenkäfer da ist“, sagte Gruber.
Schäden durch Klimaextreme verdoppelt
„Die nächsten 100 Jahre werden sicher nicht weniger turbulent sein als die vergangenen 100 Jahre. In weniger als 30 Jahren haben sich die Waldschäden durch Klimaextreme und Schädlinge in Mitteleuropa verdoppelt (...)“, sagte Rupert Seidl, Vorsitzender des neuen ÖBf-Beirats „Wald der Zukunft“. Die Herausforderung bestehe darin, Bäume zu finden, die sowohl im heutigen als auch im künftigen Klima wachsen könnten. Die Klimaerhitzung ereigne sich bereits innerhalb einer Baum-Generation.
Derzeit würden mehr Tannen, Lärchen, Buchen und Eichen mit den Folgen des Klimawandels zurechtkommen, der Fichtenanteil sinke hingegen.
Für die ÖBf-Waldumfrage wurden 1015 Personen ab 16 Jahren befragt, die repräsentativ für die österreichische Bevölkerung sind.
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