Ein Ternitzer Bestatter bietet seinen Kunden kreative Särge für den letzten Weg an. Diese können entweder von regionalen Künstlern kreiert oder auch selbst liebevoll und bunt gestaltet werden.
Jeder kennt sie, farblose Särge, die je nach Budget aus verschiedenen Holzarten oder mit prunkvollen Verzierungen daherkommen, dabei aber kaum die Persönlichkeit des geliebten Verstorbenen widerspiegeln.
Bestatter Christian Garlik vom Bestattungsunternehmen Stranz in Ternitz hat sich daher etwas ganz Besonderes überlegt. Seine Särge können nun von regionalen Künstlern oder von den Kunden selbst persönlich gestaltet werden. Der Kreativität selbst sind dabei keine Grenzen gesetzt. „Es darf nur nicht pietätlos sein“, so Garlik.

Drei Künstler stehen dafür zur Verfügung: Eine davon ist die Ternitzerin Karin Posch. Auf Wunsch bemalt sie die Särge mit bunten Acrylfarben oder verziert sie mittels Collagetechnik mit Bildern. Die Motive werden vorher mit den Hinterbliebenen abgestimmt. „Kürzlich bemalte ich einen Sarg mit bunten Mohnblumen“, so Posch. Ein weiterer Wunsch eines Kunden: eine Collage von verschiedenen Fotos aus seinem Heimatort Pottschach.
Stefan Knöpfer gestaltet die Särge mit sogenannten Phyrografikmotiven, bei der mittels eines Brennstabes Motive ins Holz gefräst werden. Beliebte Motive dafür: „Schmetterlinge und Vögel“, so Knöpfer.
Und auch der Firmenchef selbst legt seine künstlerische Hand an. Er kreiert eigene Muster und Motive aus Sargdeckelschrauben.
Selbergestalten als Trauerarbeit
Die Kunden können aber auch selbst kreativ werden. „Entweder bei mir im Lager oder ich liefere den Sarg zu den Kunden nach Hause“, erklärt Garlik. „Der Sarg kann bemalt werden, oder auch nur verziert – mit Händeabdrücken, persönlichen Botschaften, Fotos oder lieben Abschiedsworten“, so der Bestatter. Die künstlerische gemeinsame Zeit kann dabei auch als Trauerarbeit betrachtet werden, bei der Familien oder Freunde gemeinsam daran arbeiten, den Sarg besonders liebevoll für die letzte Reise zu gestalten.
Kosten der Gestaltung durch regionale Künstler: ab 500 Euro (zusätzlich zum Sarg und abhängig vom Motiv).
Bei Selbstgestaltung fallen maximal Materialkosten an.
Ob er, Garlik, nicht einen besonders traurigen Beruf habe als Bestatter? „Nein, überhaupt nicht. Denn die Dankbarkeit der Kunden überwiegt dann doch“, so der Bestatter.
Da dieser Artikel älter als 18 Monate ist, ist zum jetzigen Zeitpunkt kein Kommentieren mehr möglich.
Wir laden Sie ein, bei einer aktuelleren themenrelevanten Story mitzudiskutieren: Themenübersicht.
Bei Fragen können Sie sich gern an das Community-Team per Mail an forum@krone.at wenden.