Unterschiedliche Meinungen kursieren über die jüngste Sitzung des ÖVP-Landesparteivorstandes. Die vorerst abgesagte Obmann-Debatte nimmt, geht es nach einigen Parteimitgliedern, wieder an Fahrt auf.
Die ÖVP hat am Sonntag das schlechteste Wahlergebnis in der Geschichte im Burgenland eingefahren. Trotzdem macht Christian Sagartz vorerst als Obmann weiter. Der Landesparteivorstand habe ihm einstimmig – mit einer Enthaltung – das Vertrauen ausgesprochen, betonte er, wie berichtet, am Montag. Zugleich sei er beauftragt worden, mit SPÖ-Landeshauptmann Hans Peter Doskozil ein Vorgespräch über mögliche Koalitionsverhandlungen zu führen. Eine Personaldebatte schien vorerst beendet.
Große Irritationen innerhalb der Partei
Doch einige Teilnehmer haben die Sitzung des Landesparteivorstandes anders in Erinnerung. „Sagartz soll nur das Erstgespräch mit Doskozil führen“, betont ein Teilnehmer. Die Debatte über einen Rückzug des Landesobmannes sei aber keinesfalls vom Tisch. In der Partei habe es deshalb große Irritationen gegeben.
ÖVP-Mitglied: „Steiner soll die Führung übernehmen“
Andere wiederum fordern sogar den sofortigen Rückzug des gesamten Führungsteams: „Sie wurden ja offensichtlich abgewählt und haben keine Berechtigung mehr“, meint ein kritisches ÖVP-Mitglied zur „Krone“. Der Eisenstädter Bürgermeister Thomas Steiner solle die Führung übernehmen, damit wir echte Chancen auf eine Regierungsbeteiligung mit Doskozil haben“.
ÖVP-Landesgeschäftsführer: Sagartz hat die Vertrauensfrage gestellt
Landesgeschäftsführer Patrik Fazekas kontert den Kritikern. Sagartz habe im Vorstand nach einer intensiven Diskussion die Vertrauensfrage gestellt. „Es gab nur eine Enthaltung, alle haben ihm das Vertrauen ausgesprochen“, so Fazekas. Zugleich sei er mit dem Vorgespräch betraut worden. Sagartz sei laufend im Kontakt mit allen Mitgliedern des Landesvorstandes. „Sobald die SPÖ eine Entscheidung getroffen hat, werden wir uns zusammensetzen und die Situation neu bewerten“, so Fazekas.
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