Handball-Legende

Robert Weber ist nicht traurig

Vorarlberg
27.12.2024 08:25

Eine Europameisterschaft oder Weltmeisterschaft ohne Robert Weber – das ist eigentlich nicht vorstellbar, im Jänner aber erstmals Realität. In der zweiten Schweizer Liga spielt der Ländle-Handballer mit Spaß und Schmerz.

Die WM steht für Österreichs Handballer vor der Tür. Für einen „Stammgast“ bei Großereignissen haben sich die Pforten aber geschlossen. „Ich bin gar nicht traurig“, sinniert Robert Weber, der seit der Heim-EM 2010 bei jeder Endrunde (EM, WM) für Rot-Weiß-Rot in Erscheinung trat, nach dem Rücktritt im Oktober im Jänner aber erstmals fehlen wird. „Ich hab mir Gedanken gemacht, ob der Absprung zu spät erfolgt ist, inzwischen hab ich Abstand gefunden. Erstmals Urlaub bis 7. Jänner, Zeit für Familie, essen und genießen!“

Mit seiner Familie feierte Robert Weber Weihnachten.
Mit seiner Familie feierte Robert Weber Weihnachten.(Bild: zVg)

Tief betroffen von Attentat
Und inne halten. So geht ihm das Attentat auf den Weihnachtsmarkt von Magdeburg nahe. „Mir ist es kalt über den Rücken gelaufen, als ich davon gehört hab!“ Rasch hat er sich informiert, ob einer seiner Magdeburger Ex-Kollegen betroffen ist. War nicht der Fall.

In Magdeburg erlebte Weber in zehn Jahren die prägendste Zeit. Mit dem Cupsieg 2016 und dem persönlichen Glanzlicht „Torschützenkönig 2015“, zweimal war er Nummer zwei der deutschen Scorerliste. Zum Abschluss in der „besten Liga der Welt“ durfte er mit Berlin den Pokal für den Europacupsieg (European League 2023) stemmen.

„Ich hab alles gesehen und erlebt!“ Vor allem mit dem Nationalteam. Bei der EM im Jänner in Deutschland mit Platz acht (das beste Ranking von 2020 eingestellt) wurde Weber ins All-Star-Team gewählt.

Mit 990 Treffern hat der 228-fache Internationale hinter Andi Dittert (1089) die zweitmeisten Tore für Rot-Weiß-Rot erzielt.

Bei Fides St. Gallen, Siebenter der zweiten Schweizer Liga, ist er noch aktiv, mit 71 Toren liegt er auf Rang sieben der Schützenliste. „Wir sind zu Jahresende in ein Loch gefallen!“

Der Spaß steht für den 39-Jährigen im Fokus. Obwohl: „Mit der Polizeischule sowie dreimal Training und einmal Match pro Woche ist es mitunter auch stressig!“ Und manchmal schmerzhaft. „Vor fünf Wochen hab ich mir die Nase gebrochen!“ Körperlich fühlt er sich topfit, „in der Mittagspause nutze ich den Kraftraum in der Polizeischule!“

Kämpfen und schießen
Jetzt muss er sich vor allem im Berufsleben durchbeißen. „Ich hab coole Noten, viel mit Gesetzen zu tun!“ Kämpfen und schießen heißt es nach wie vor – aber eben der anderen Art.

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