Österreichs Ski-Damen sind fürs Super-G-Doppel in St. Moritz gut gerüstet. Ariane Rädler startet mit viel Selbstvertrauen, Conny Hütter musste gestern indes mit Kopfschmerzen das Bett hüten.
Die Aufbruchsstimmung nach dem gelungenen Saisonauftakt der Speed-Damen war groß. Mit dem Abfahrtssieg von Conny Hütter und Platz drei von Ariane Rädler im Super-G von Beaver Creek wuchs das Selbstvertrauen gleich einmal ein ordentliches Stück.
Kopfschmerzen stoppten Hütter
Dieses gute Gefühl gilt es jetzt in das Super-G-Doppel von St. Moritz mitzunehmen. Doch ausgerechnet Abfahrts-Weltcupsiegerin Hütter geht geschwächt in die Rennen im Schweizer Nobel-Ort. Gestern wurde ihr wegen Kopfschmerzen Bettruhe verordnet. Einem Start der Steirerin heute sollte aber hoffentlich nichts im Wege stehen
Mit neuer Kraft steht Stephanie Venier am Start: „Ich war diese Woche daheim, mir geht es gut. Ich weiß, wo ich ansetzen muss, und dann heißt es: volle Attacke!“ Die 31-Jährige zählt St. Moritz ja zu ihren Lieblingsorten im Ski-Zirkus. Einer, wo sie 2017 bei der WM in der Abfahrt die Silbermedaille gewonnen hat. „Das ist aber ja auch schon wieder ewig her.“
Alles wachgerüttelt
Nicht einmal eine Woche ist hingegen der Podestplatz von Ariane Rädler her. „Da gehst du am folgenden Wochenende gleich mit einer positiveren Haltung in die Rennen rein. Der dritte Platz macht es auch vom Druck her einfacher“, hofft die 29-Jährige, dass sie gleich das nächste Top-Ergebnis nachlegen kann. Dabei vertraut sie auch auf ein besonderes Ritual: „Ich klopfe alles ab: die Waden, die Füße, die Beine. Dann wissen alle Körperteile, dass sie jetzt bereit sein müssen.“
Die Strecke spricht jedenfalls dafür, dass Rädler gerüstet ist: „Es ist sehr technisch, mit einigen Wellen. Ich mag den Hang. Deshalb versuche ich vor den Rennen, auch relativ ruhig zu bleiben und auf meine Stärken vertrauen.“ Da waren auch kleinere Probleme mit dem Rücken und dem Knie in der Vorbereitung schnell vergessen. Oder die Enttäuschung nach Platz 23 in der Abfahrt am Vortag. „In der Vorsaison war ich ja schon mehrmals knapp dran, aufs Podest zu fahren. Schön, dass das Ziel abgehakt ist.“
Dass es für eine neuerliche Top-Platzierung volle Attacke braucht, weiß auch Rädler. Und dass sie während ihrer Fahrt auch gar nicht zu viel nachdenken sollte. „Dann fährst du auch am schnellsten. Sonst schmeißt du nach Fehlern nur den Plan über den Haufen.“
Ann-Sophie Walten
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